Technische Hilfe bei der Installation von Lernsoftware
Das Angebot an Lernsoftware ist in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Bei der Beurteilung dieser Software stellt sich neben der Evaluation des pädagogischen Wertes die häufig auf den ersten Blick für weniger wichtig erachtete Frage nach den technischen Aspekten: "Läuft eine bestimmte Software auf meinem Betriebssystem?", "Sind dazu besondere Benutzerrechte nötig?", "Wie gut lässt sich ein bestimmes Software-Produkt in ein Netzwerk einer Schule integrieren?"…
Fragen wie diese stellen sich vor allem -aber nicht nur- die Lehrer einer Schule, die den meist äußerst zeitintensiven und undankbaren Job als Betreuer des EDV-Netzwerkes übernommen haben. Auch Eltern, die Lernsoftware für ihre Kinder auf dem heimischen Computer installieren wollen, müssen das eine oder andere Mal mit technischen Problemen kämpfen…
Die meiste Software setzt zunächst als Ablaufumgebung ein "halbwegs modernes" Windows-System voraus, in den meisten Fällen sollten die Betriebssysteme Windows 98, ME, 2000 oder XP keine Probleme bereiten.
Im Folgenden soll auf drei der häufigsten Probleme eingegangen werden:
- Vor allem neuere Software benötigt benötigt noch diverse Media-Player und Viewer, um beispielsweise Filmsequenzen wiedergeben oder bestimmte Dokumentenformate darstellen zu können sowie Benutzerinteraktion in animierten Darstellungen zu ermöglichen. Häufig bringt die Lernsoftware diese Player auf der erworbenen CD-ROM mit.
Hier lauern bereits teilweise die ersten Fallstricke: Etliche Installationsprogramme installieren blindlings die mitgebrachte Version des Players mit – obgleich sich eventuell auf dem Rechner bereits eine neuere Version des Players befindet, die die Medien eventuell genauso gut (oder sogar besser) wiedergeben könnte. Solange sich dann die beiden Versionen des Players miteinander "vertragen", ist es nochmals gut ausgegangen. Problematischer wird es, wenn zwei verschiedene Lernprogramme die mitgebrachten Player gegenseitig teilweise überschreiben.
Helfen könnte hier evtl. eine manuelle Installation des Players (z.B. in einer neuen Version) nach der Installation der beiden Lernprogramme.
- Ein weiteres Problem ist die oft mangelnde Mehrbenutzerfähigkeit von Software. Neuere Betriebssysteme auf Windows NT-Basis (d.h. Windows 2000 und Windows XP Professional, Windows XP Home nur eingeschränkt) sind mehrbenutzerfähig. D.h., das System kennt mehrere Benutzerrollen, denen unterschiedliche Rechte zugeteilt sind, beispielsweise einen "Administrator" mit vollen Zugriffsrechten und "normale Anwender", die nur auf bestimmte Bereiche (oder beispielsweise nur lesend) zugreifen dürfen.
Die eigentlich richtige Vorgehensweise bei der Installation von Software wäre nun folgende: Als Administrator wird die Software installiert, als normaler Anwender wird damit gearbeitet. Allerdings funktioniert es leider nur im Idealfall auf diese Weise – vor allem bei größeren Software-Paketen (wie zum Beispiel Office-Software).
Der Hauptgrund, weshalb das häufig nicht so elegant und klar strukturiert funktioniert, ist: Führt der Administrator die Installation durch, dann landen eventuell einige Daten (z.B. Einträge in der Systemregistrierung) im persönlichen Profil des Administrators. Dieser könnte die Software in der Tat problemlos nutzen. Meldet sich jedoch der Anwender an, fehlen ihm eben diese Daten, da das Installationsprogramm der Lernsoftware den Mehrbenutzerbetrieb und die damit verbundene Notwendigkeit, die Software korrekt benutzerübergreifend zu installieren, nicht kannte.
Viele Anwender neigen daher dazu, die Rechtevergabe und Mehrbenutzerfähigkeit der modernen Betriebssysteme "auszuhebeln": Es wird ausschließlich mit Administratorrechten gearbeitet. Dies aber gefährdet die Systemsicherheit und sollte schon allein daher vermieden werden. Gerade im erzieherischen Umfeld haben Kinder dann beispielsweise die Möglichkeit, Systemeinstellungen am Rechner der Eltern zu verändern oder beispielsweise installierte Internet-Filtersoftware zu deaktivieren.
Eine mögliche Vorgehensweise wäre hier: Man weist dem Benutzer, der später mit der Software arbeiten soll, Administratorrechte zu, installiert die Software als dieser Benutzer und nimmt ihm nach erfolgter Installation die Administratorrechte wieder weg – funktioniert nicht immer, ist aber ein Versuch Wert und durchaus auf dem Privat-PC (auf dem es nur einen oder wenige Benutzer gibt, die die Software einsetzen wollen) eine Möglichkeit, unnötiges und sicherheitskritisches Arbeiten mit Administratorberechtigung zu vermeiden.
- Von einer dritten Schwierigkeit im Zusammenhang mit Softwareinstallationen sind vor allem Systembetreuer an Schulen betroffen: mangelnde Netzwerkfähigkeit.
In einer vernetzten Umgebung ist es der Traum eines jeden Betreuers, wenn die zu einem Softwarepaket gehörenden Dateien lediglich auf den Netzwerkserver kopiert werden müssen und die Software dann von allen Arbeitsstationen aus direkt startbar ist. Leider klappt das aber nur in den wenigsten Fällen so reibungslos. Häufig werden zusätzliche Dateien und evtl. sogar Einträge in der Systemregistrierung benötigt, sodass lokale Installationen nicht vermieden werden können.
Ein weiterer Aspekt, der in vernetzten Umgebungen zum Tragen kommt: Ein großer Teil der pädagogischen Software hält den Lernfortschritt eines Schülers individuell fest. Diese -aus pädagogischer Sicht- sehr sinnvolle Einrichtung ist jedoch in vielen Programmen nur halbherzig realisiert. Anstatt die in den meisten Schulnetzen bereits vorhandenen Benutzerkonten (Schüler und Lehrer haben häufig individuelle Accounts im Netzwerk) zu verwenden und den Lernfortschritt im Benutzerprofil des jeweiligen Anwenders festzuhalten, setzen nicht wenige Lernprogramme eigene Datenbanken oder zentrale Datendateien voraus, die von allen Benutzern der Software beschrieben werden können müssen. Oftmals geht dann damit noch eine redundante Benutzerführung einher, deren Pflege zusätzlichen Wartungsaufwand erfordert. Hier helfen dann oft nur selbstgebastelte -sowohl auf die Netzumgebung als auch auf die zu installierende Software abgestimmte- Installationsanleitungen und Skripten, um dem Netzbetreuer das Leben leichter zu machen.
Zusammenfassung:
- Im Bereich Lernsoftware hat sich sowohl unter pädagogischen Aspekten als auch im Bereich der Gestaltung und des Einsatzes von Animationen und interaktiver Abläufe in den letzten Jahren sehr viel getan. Tests von Software hinsichtlich dieser Apskete sind beispielsweise bereits hier auf den Seiten der Medienmami zu finden, weitere werden folgen.
- Überwiegend besteht jedoch teilweise erheblicher Nachbesserungsbedarf im Bereich der systemnäheren Komponenten. Vor allem die Installation von Lernsoftware in Netzwerken ist häufig ein enorm zeitintensives Unterfangen. Für Administratoren von Netzwerken an Schulen sei an dieser Stelle die Mailingliste Schul-Netz erwähnt, in der sich die Betreuer von Netzen an Schulen austauschen können.
- Es muss weiterhin an die Hersteller von Lernsoftware appelliert werden, praxisbezogene Tests der Software und ihrer Installationsroutinen in typischen Schulumgebungen und häuslichen Mehrbenutzersystemen durchzuführen.
- Auf privaten PCs können evtl. die hier gegebenen Tipps im Bereich Player und Administratorrechte weiterhelfen.
Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg hat das Projekt Software im Netz (SoN) gestartet, das sich mit (multimedialer) Lernsoftware in vernetzten Systemen befasst: Nicht nur Systembetreuer von Schulnetzwerken finden dort Hinweise darüber, welche Systemvoraussetzungen viele der auf dem Markt befindlichen Programme haben, insbesondere, welche Player bzw. Viewer sie benötigen und/o
der mitbringen sowie ob es Fallstricke bei der Installation gibt.
Hinweise zu älterer Software werden hier, auf den Seiten des Landesinstituts für Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg (LEU) gegeben:
Neuere Software wird direkt auf den Seiten des SoN-Projektes behandelt:





28. November 2007 um 16:29
hallo ich habe eine frage, ich hoffe sie können mich beraten! meine windows xp betriebssystem programm habe ich mehrere mal installiert und einmal habe ich mitteilung bekommen das es nicht mehr geht obwohl die cd original ist!was kann das problem sein habe auch eine neue grafikkarte installieret hängt es damit zusammen! sobald ich ins internet gehe wird alles blokiert und es geht nichts mehr. bitte um hilfe oder rat!