Penne al Plagiata

Albrecht Schmitt

von Albrecht Schmitt, Studiendirektor und stellv. Schulleiter am Gymnasium Unterrieden in Sindelfingen

“Besser hätte ich es ja auch nicht sagen können!” Mit diesen Worten suchte ein Schüler sich zu rechtfertigen, nachdem ihm nachgewiesen worden war, dass seine Seminarkurs-Arbeit von A bis Z aus dem Internet geklaut war.

Spätestens seit an den Schulen verstärkt Referate, Hausarbeiten und Präsentationen verlangt werden, ist auch hier ein Problem eingekehrt, mit dem die Universitäten sich schon lange herumschlagen: laxer Umgang mit fremdem geistigem Eigentum. Immer häufiger müssen Professoren und Lehrer mit großem Zeitaufwand recherchieren, ob die eingereichte Arbeit auch tatsächlich auf dem Mist des/der Einreichenden gewachsen ist.

Dabei ist die Grenzziehung gar nicht so einfach, wie man annehmen sollte. Von der legitimen Übernahme fremder Gedanken zum Plagiat ist es nur ein kurzer Weg. Schließlich lebt die Wissenschaft vom Zitieren und Erörtern bereits formulierter Thesen – und selten wird dabei das Rad neu erfunden. Scherzhaft kursiert das Wort: Von einem abschreiben ist ein Plagiat, von zweien ein Essay, von dreien ein Kompilat, von vieren eine Doktorarbeit.

Es gibt jedoch ein entscheidendes Kriterium, das auch dem oben zitierten Schüler bekannt war: die Quellenangabe. Hätte er seine Quellen offen gelegt, so hätte zwar auch kein ‚summa cum laude’ unter der Arbeit gestanden, aber der junge Mann wäre wenigstens nicht mit null Punkten beschieden worden.
Man muss nicht gleich alle Referate und Hausarbeiten unter Generalverdacht stellen, aber um Stichproben kommt man nicht herum. Die Berliner Professorin Dr. Debora Weber-Wulff hat hier etwas sehr Verdienstvolles geleistet. Unter der Adresse http://plagiat.fhtw-berlin.de/ff hat sie eine Handreichung ins Netz gestellt, in der sie zunächst dem Begriff und der Geschichte des Plagiats nachgeht. Anschließend liefert sie Anhaltspunkte, woran man ein Plagiat erkennen kann bzw. wann man Verdacht schöpfen muss. Besonders reizvoll ist aber am Ende ein Test nach dem Motto: Hätten Sie’s gemerkt? Sie bringt hier zehn Texte und lässt die Leser raten, ob es sich um ein Plagiat oder eine Originalarbeit handelt. Doch damit nicht genug: Nach der Auflösung gibt sie auch detaillierte Hinweise auf die Quellen und die Machart der aufgedeckten Plagiate. Für alle, die Hausarbeiten zu bewerten haben, eine Pflichtlektüre!

  1. Stefan schrieb:

    Ein komplett abgeschriebenes Referat mit korrekter Quellenangabe muss ebenfalls mit null Punkten bewertet werden. Schließlich bestand die Aufgabe nicht darin, fremde Texte zu kopieren und vielleicht noch etwas zu formatieren.

  2. Faultier schrieb:

    Solange mein Pfarrer seine Sonntagspredigten aus dem Internet klaut, mache ich mir bei den Seminararbeiten auch net die Arbeit. Im Zweifel wird im englischen Sprachraum zugeschlagen und übersetzt.

  3. Klassenreisus schrieb:

    schueler

    Many people think they must choose a specific programming language in order to become a programmer, believing that they can only do

  4. michl schrieb:

    Solange mein Lehrer sich nicht die Mühe gemacht hat seinen Unterricht vorzubereiten, solange habe ich mir auch nicht die Mühe gemacht meine Hausarbeiten selbst zu machen, es gibt ja schon eine Lösung mit der man garantiert 13 oder 14 Punkte holen kann.

    Vor einigen Jahren hat ein Schüler eine Hausarbeit geschrieben, die in jedem Jahr einem einzigen ausgesuchten Schüler des folgenden Jahrgangs weitergegeben wurde, in den letzten 5 Jahren gab es in jedem Jahr für die (wort)gleiche Arbeit 13 oder 14 Punkte, je nach Schüler an die vorangegangene Kursarbeit angepasst.

    Ich kann aber persönlich bei diesem Vorgang niemandem etwas vorwerfen, über Schillers “Glocke” ist irgendwann alles schreibenswerte geschrieben…

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