Vampire und Rattenplagen – Dicke Luft in der Gruft

Dicke Luft in der Gruft Spielplan

Das für das "Spiel des Jahres" nominierte und als "Bestes Kinderspiel 2004" ausgezeichnete Brettspiel von Norbert Proena, erschienen bei Zoch Spiele, hat einiges zu bieten: Vampire, Knoblauchzehen, Pflöcke, schließlich viele leere und natürlich besetzte Gräber. Bei diesem Spiel handelt es sich um eine Abwandlung des allseits bekannten Memory, und kann mit 2 – 6 Mitspielern – laut Beschreibung ab 6 Jahren – gespielt werden.

Die Spielregeln sind eigentlich recht einfach: Das Spielfeld hat anfangs 60 leere Gräber, die mit Grabplatten abgedeckt werden, auf deren Unterseite sich entweder eine von sechs Farben oder eine Ratte befindet; die Spieler haben die Aufgabe, diese Gräber mit ihren Vampiren zu füllen. Doch das ist nicht so einfach, wie man denken könnte, denn ein Vampir darf nur in einem Grab, dessen Grabdeckel dieselbe Farbe hat wie er zur ewigen Ruhe gebettet werden…

Ziel des Spiels ist es, alle seine Vampire entweder in ein Grab gelegt oder an einen Mitspieler abgegeben zu haben.

Nach dem bewährten Memory-Muster darf jeder reihum einen Grabdeckel öffnen, ist das Grab darunter leer und hat der Spieler einen Vampir der Farbe des Grabdeckels an einem Ende seines Vampirstapels, darf er diesen ablegen und ein weiteres Grab öffnen. Stimmt die Farbe nicht überein, ist der nächste Mitspieler an der Reihe.

Liegt in dem aufgedeckten Grab jedoch bereits ein Vampir, muss der Spieler einen Pflock nehmen. Haben sich bei einem Spieler drei Pflöcke angesammelt, bekommt er von jedem Mitspieler einen seiner aussenliegenden Vampire.

Außer den Vampiren hat jeder Spieler zudem noch drei Knoblauchzehen, die ebenfalls in ein Grab gebettet werden können; dies fügt dem Spiel eine taktische Komponente hinzu. Deckt zum Beispiel ein Spieler ein Grab auf, das zwar leer ist, er aber keinen passenden Vampir auf seinem Stapel hat, kann er eine Knoblauchzehe hineinlegen. Wenn ein anderer Mitspieler dieses Grab nun öffnet, darf der Besitzer der Zehe diesem Spieler nun einen seiner Vampire geben.

Deckt ein Spieler eine der erwähnten Sargdeckel mit einer Ratte auf, kommt es zu einer Rattenplage. Dieser Spieler darf nun nacheinander alle angrenzenden Felder öffnen, wenn er dies will. Will er nicht, darf der nächste Spieler mit dem Aufdecken weitermachen, bis entweder alle Spieler dran waren oder alle umliegenden Felder aufgedeckt sind. Dann ist die Rattenplage zu Ende und das Spiel nimmt wieder seinen gewohnten Lauf.

Im Gegensatz zu Memory geht das Spiel sehr einfach los, da zu Anfang noch genug freie Gräber gibt, gewinnt aber schon nach wenigen Runden an Schwierigkeit, da man sich an sehr viele verschiedene Dinge erinnern muss: Welches Grab ist schon besetzt? Welches Feld hat noch keiner aufgedeckt? Welche Farbe war unter welchem Sargdeckel? Wer hat wo seine Knoblauchzehen versteckt? Dies kann vor allem gegen Ende des Spiels sehr frustrierend sein, da manchmal mehrere Runden vergehen können, bis irgendjemand wieder einen Vampir ablegen kann.

Die angegebene Spieldauer von 30 Minuten können wir aus unseren Testspielen mit vier Spielern nicht bestätigen, bei uns dauerte ein Spiel mindestens 40 Minuten. Ebenso halten wir das Mindestalter von 6 Jahren für zu niedrig, da es sehr schwierig und frustrierend ist, gegen Ende des Spiels noch ein freies Grab zu finden. Wir hätten das Spiel eher für eine Altersgruppe ab 8 bis 10 Jahren eingeordnet.

Trotzdem ist "Dicke Luft in der Gruft" auf jeden Fall ein Testspiel wert, da es mit mehreren Mitspielern sehr unterhaltsam ist. Das Design des Spielbretts ist altersangemessen nett und nicht gruselig, man muss eher an "Der kleine Vampir" als an "Dracula" denken. Ärgerlich jedoch ist, dass die Grabdeckel gerne einmal verrutschen und einen Blick darunter erlauben.

Titel Dicke Luft in der Gruft
Autor Norbert Proena
Verlag Zoch
Alter ab 6 Jahren
Anzahl Spieler 2-6 Spieler
Preis ca. 30 €
  1. Thorsten schrieb:

    Sehr interessanter Artikel!

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