Computer im Kindergarten – Schlaumäuse
Die Bildungsinitiative “Schlaumäuse” richtet richtet sich an Kindergärten und Vorschulen. Das noch recht junge Projekt (die ersten Kindergärten wurden 2003 ausgewählt) wurde von Microsoft konzipiert und findet unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt. Wissenschaftlich begleitet wird das Unterfangen von der ComputerLernWerkstatt der TU-Berlin.
Die Grundidee der speziell entwickelten “Schlaumäuse Software” ist die Verknüpfung von Bild und Animation mit Wort und Sprache. Die Bedienung erstreckt sich in der ersten Phase auf wenige Mausbewegungen (z. B. wird auf ein Bild geklickt und danach auf eine Animationsfigur, die einen Text zu dem Bild spricht). In weiteren kleinen Schritten werden Grundelemente einer Text- und Grafiksoftware integriert, so dass die Kinder schließlich Dinge wie Klappkarten oder Geburtstagskalender herstellen können.
Die medienpädagogische Bewertung deratiger Projekte fällt schwer.
Grundsätzlich gibt es keinen Grund, den Computereinsatz bei Kindern im Vorschulalter als “unpassend” oder gar “gefährlich” zu bewerten, wenn dieser sich in dem oben beschriebenen Rahmen hält. Wenn z. B. die Animationsfiguren via Sound ein Bild erklären, so ist das eher mit einer Fernseh-Trickfilmsequenz denn mit einer Computersoftware vergleichbar.
Diskussionswürdiger sind eher jene “Textprojekte”, die – wenngleich auch kindgerecht aufbereitet – Mechanismen aktueller “Erwachsenen”-Software einüben. Dass davon ein spezieller Lerneffekt (ausser der technischen Beherrschung eines Softwaretyps) ausgeht, ist zumindest zweifelhaft. Auch der Grundgedanke des im letzten Jahrzehnt schulüblichen ITG-Unterrichts (Informations- und Kommunikationstechnischen Grundbildung), nämlich Schülern Berührungsängste mit neuen Technologien zu nehmen, greift heute, wo der 9-jährige Bruder monatlich sein Handy wechselt, kaum noch.
Andererseits ist es ein Pluspunkt, dass die Intiative bis 2005 evaluiert wird. Denn zur Zeit liegen kaum gesicherten Daten über Effekte der Computernutzung im Vorschulalter vor. So gesehen können die “Schlaumäuse” durchaus einen Beitrag zu entsprechenden medienpädagogischen Fragestellungen liefern.




31. Oktober 2005 um 21:58
Hallo!
Ich bin Erzieher in einer Kindertagesstätte. Ich bin auf der suche nach Erfahrungen mit dem Einsatz von Computern im Kindergarten. Dies sowohl richtig erklärend, als auch mit Spielen. Kennt jemand andere Einrichtungen in denen Projekte o.ä. schon gelaufen sind? Oder weiß jemand Internet Seiten damit ich mich dort weiter Informieren kann.
Vielen Dank
W.Macuch
1. November 2005 um 00:21
Einige Erfahrungsberichte sind unter der oben genannten URL zu finden. Ein guter und umfangreicher Text von Norbert Neuß ist hier zu finden. Ansonsten: Ein Web-Forum aufsuchen, in dem sich Kindergärtner/-innen austauschen – da ist bestimmt was über Google aufzutreiben.
3. August 2006 um 17:51
Die Initiative “Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache” ist sehr zu begrüßen.
Ihre Prognose ist nicht sehr zutreffend. Es geht nicht um Medienbeherrscung am Beispiel des Computers. Es geht darum, den Computer für ein Bildungsziel in Gebrauch zu nehmen. In diesem Fall ist es die Sprachförderung, insbesondere die frühe Anbahnung von Schriftsprache.
Die Kinder lernen erfolgreich und in ganz kurzer Zeit Laute und Buchstaben, aber auch Lesen auf Wort, ja auf Satzebene.
Sie würden staunen, wenn Sie die Kinder in Aktion erleben könnten. Wenn Sie interessiert sind, besuchen Sie doch einfach mal einen der schon über 1000 Schlaumäuse-Kitas in der Bundesrepublik. Gegenwärtig arbeiten schon über 30 000 Kinder mit der Software, nicht mitgezählt die Kinder, die seit dem Beginn der Bildungsinitiative in die Schule gekommen sind und auch nicht die, die zu Hause das Programm erfolgreich bearbeiten.
Die Schlaumäuse sind für die Sprachförderung in verschiedenen Regionen Dtls. bereits verbindlich und überschreiten erfolgreich die Landesgrenzen ins deutschsprachige Ausland und werden auch schon in Deutschschulen in den USA eingesetzt, damit die Kinder dort die Muttersprache ihrer deutschen Vorfahren erlernen.
Sie sehen, dass Sie den Wert der Software aus einem viel zu engen (technikorientierten) Blickwinkel in Augenschein genommen haben.
Wahr ist, dass es aus lerntheoretischen und softwaredidaktischer Dicht gegenwärtig kein Softwareprodukt gibt, dass auch nur annähernd die Lernqualität der “Schlaumäuse” erreicht.
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitstudie können Sie auf der Homepage “www.schlaumaeuse.de” downloaden.
Nicht nur die Kinder sind begeistert, sondern auch die Erzieherinnen UND ELTERN!!!!
Lesen Sie insbesondere die freien Berichte der Erzieherinnen, denn die stehen exemplarisch für die Wertschätzung, die das Projekt insgesamt erfahren hat und sie eröffnen Ihnen Einblicke in das, was die Kinder bzgl. der Sprachförderung wirklich erreicht haben.
Es sollte mich freuen, wenn Sie dann Ihren Text an Ihre neuen Erkenntnisse anpassen.
Während Sie Ihren jetzigen Text aus hypothetischer Sicht verfasst haben, können Sie den neuen auf der Basis von Realitäten verfassen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Staunen!!
Herzlichst Ihr, in Sachen Schlaumäuse” erfahrenerer Leser.
3. August 2006 um 18:00
Habe noch was vergessen anzumerken:
1. Die Schrift auf Eurer Seite ist viel zu klein. Ihr seit doch u.a. von der Informatikfraktion, könntet mir also Nachricht geben, wie ich die Schrift auf eurer Seite so groß bekomme, dass ich den Text lesen kann ohne ihn erst in meine Textverarbeitung zu kopieren und zu vergrößern.
2. Es gibt seit Juli 2006 die Nachfolgesoftware zu den “Schlaumäusen” Man kann sie bei Cornelsen beziehen. Sie heißt “LolliPop und die Schlaumäuse”. Wenn Ihr Kinder im Vorschulalter (4-6 Jahre) habt, tut ihnen in Vorbereitung auf die Schule was Gutes und schenkt sie ihnen.
3. August 2006 um 18:12
Hallo Andreas,
zuerst zu Deiner Frage: Wenn Du den InternetExplorer benutzt, so kannst Du die Schrift bei Webseiten vergrößern, indem Du die Taste \\\”Strg.\\\” gedrückt hälst und gleichzeitig das Scrollrad der Maus nach unten rollst (alternativ: Menüpunkt \\\\\\\”Ansichts\\\\\\\”/\\\\\\\”Schriftgrad\\\\\\\”).
Zum zweiten Punkt: Schön, wenn Du so positive Erfahrungen mit dem Programm gemacht hast. Aber, bitte, fordere doch nicht auf Grund eines persönlichen Erfahrungsberichts, dass andere sofort ihre Berichte über ein Produkt ändern. Denn das, was auf der Schlaumäuse-Werbeseite vollmundig den Begriff \\\”Studie\\\” erhält, entspricht – jedenfalls meiner Ansicht nach – nicht unbedingt und in allen Punkten den Kriterien sozialwissenschaftlicher/medienpädagogischer Forschung.
25. Oktober 2006 um 14:38
hallo!!
wie sind zwei schülerinnen eines gymnasiums im raum stuttgart und müssen ein referat über computer im kindergarten halten. gerne würden wir von erzieher oder eltern meinungen und argumente gegen bzw. für den einsatz von computern im kindergarten hören, um unser referat gestalten zu können. auch würden uns geeingnete computerspiele für kindergartenkinder interessieren!!
auf viele verschiedene meinungen würden wir uns freuen.
viele grüsse
marcia und franziska