Kontrolle ist gut, Vertrauen besser?

Handy

Handys sind mittlerweile allgegenwärtig und werden von vielen Menschen genutzt. Durch die Funktechnik haben wir die Möglichkeit jederzeit mobil zu telefonieren. Da sich jedes Handy bei dem nächst gelegenen Funkmasten anmeldet, um Zugang zum Mobilfunknetz zu bekommen, ist es möglich dessen Standort zu bestimmen. Einige Unternehmen sind nun auf die Idee gekommen die Möglichkeit der Lokalisierung speziell zu vermarkten. Bereits seit über einem Jahr bietet die Firma Armex einen Service namens “Track-Your-Kid” (Spüren sie ihr Kind auf) an. Besorgten Eltern wird es damit ermöglicht jederzeit den Aufenthaltsort ihres Kindes per SMS oder Internet abzufragen, indem das Handy des Sprösslings geortet wird.

Dieser Dienst unterliegt natürlich datenschutzrechtlichen Beschränkungen und somit kann auch nur nach eigene Handys gesucht werden. Bei Kindern ab 14 Jahren verlangt das Unternehmen zusätzlich deren Einwilligung. Die Genauigkeit der Lokalisierung liegt bei ungefähr 250 m in gut abgedeckten Gebieten, wie beispielsweise in Innenstädten. Damit ist es problemlos möglich zu kontrollieren, ob das Kind wirklich zur Schule gegangen ist oder generell zu schauen wo es sich gerade aufhält. Abfragen über das Internet werden zusätzlich noch mit Kartenmaterial angereichert, welche den Standort ersichtlich machen.

Unternehmen wie Wherify gehen in den USA noch einen Schritt weiter. Dort gibt es bereits GPS-Armbänder für Kinder, die eine Ortung per Satellit möglichen machen. Die Genauigkeit dieses Systems liegt im Durchschnitt bei 10-20 m. Der Aufenthaltsort kann hierbei direkt per Satellitenfoto angeschaut werden, auf dem man bis auf die Größe eines Häuserblocks herunter zoomen kann. Dieser Dienst soll in naher Zukunft auch in Europa angeboten werden.

Das Armband hat übrigens auch einen speziellen Verschluss, der nur mit einem gesonderten Gerät oder per Internet geöffnet werden kann. Dies soll ein ungewolltes Entfernen des Armbands verhindern. Die Assoziation zu Gefangenen im offenen Strafvollzug ist an dieser Stelle nicht völlig abwegig, denn auch dort wird die GPS Technologie teilweise verwendet.

Generell stellt sich die Frage wie Vertrauen und Kontrolle, bezogen auf Kinder, in Einklang gebracht werden können. Sicherlich ist immer abzuwägen, ob solch eine Technik sinnvoll ist oder nicht. Im Legoland Dänemark beispielsweise wird eine ähnliche Technik verwendet um die Kleinen innerhalb des Parks finden zu können. Dies erscheint sinnvoll zu sein, da Kinder in Freizeitparks gerne mal kurzzeitig verloren gehen. Nach Aussagen der Firma Theme Park Intelligence KidSpotter, welche die Funktechnik für das Legoland Dänemark zur Verfügung stellt, gehen jede Saison mehrere Hundert Kinder kurzzeitig verloren und durch den Einsatz von Lokalisierungstechnik wurde die Suche deutlich vereinfacht und beschleunigt.

Im alltäglichen Leben hingegen stellt sich die Frage, ob dies der richtige Weg ist Kindern Selbstständigkeit beizubringen. Abgesehen davon kann die Polizei in Notfällen auch eine Lokalisierung durchführen lassen.

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