Gewalt in der Schule…
Gewalt in der Schule ist ein Thema, das Assoziationen mit Bluttaten wie denjenigen von Erfurt oder Littleton hervorruft. Diese sind glücklicherweise Einzeltaten, doch viel häufiger tritt Gewalt im Schulalltag auf.
Eine von Klaus-Jürgen Tillmann 1995 durchgeführte repräsentative Studie hat gezeigt, dass es körperliche Gewalt an Hauptschulen häufiger gebe als an Realschulen oder Gymnasien. Er wies aber darauf hin, das Niveau sei “insgesamt gering”. Dagegen habe die “verbale Aggression” von Schülern überall deutlich zugenommen.
Ebenso sei bei Jungen die Erfahrung mit physischer Gewalt an der Schule deutlich höher als bei Mädchen.
Wie äußert sich Gewalt in deutschen Klassenzimmern überhaupt?
Die häufigste Erscheinungsform ist wohl die Gewalt von Schülern gegen Schüler. Schon Mobben, Verleumdung, Beschimpfen und Ausschließen aus einer Gruppe gehören zu Gewaltausübung, dabei handelt es sich um verbale Gewalt. Diese verletzt zwar nicht physisch (und wird somit oft verharmlost und nicht als Gewaltausübung angesehen), es können jedoch schwere psychische Schäden bei den Opfern auftreten, mit denen diese zum Teil ihr Leben lang zu kämpfen haben.
Physische Gewalt oder ihre Androhung, wie z.B. Erpressung, Rempeln, Prügeln, Vandalismus und sexuelle Belästigung sind nicht so selten, wie man sich wünschen würde; viele Pädagogen jedoch warnen vor einer Angstmache mit diesem Thema, wie es vor allem die Boulevardpresse des öfteren zu tun pflegt.
Was sind die Ursachen?
Eine Studie zum Thema “Impulsive Gewalt- und Aggressionsbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen” von Professor Dr. Fritz Poustka, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, stellt Ursachen für ein aggressives Fehlverhalten bei Kindern zusammen:
Demnach sind die stärksten Faktoren für aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen der Mangel an Wärme in der Eltern-Kind-Beziehung, die Unzureichende elterliche Aufsicht und Steuerung sowie die Sündenbockzuweisung gegenüber dem Kind. Ebenso sind Kinder, die selbst Opfer von Gewaltanwendung oder sexuellem Missbrauch wurden, tendenziell aggressiver als Kinder, die wohl behütet aufwuchsen.
Was kann man tun?
Präventiv lässt sich gerade an der Schule einiges erreichen, obwohl oft die Ursachen in der elterlichen Umgebung zu finden sind.
Aufklärung über Gewalt und die Folgen ist ein wichtiger Bestandteil der Prävention, ebenso das Aufzeigen, dass Zivilcourage gerade in einer Schulklasse ein wichtiger Bestandteil der Verhaltensregeln ist. Es sollte ermuntert werden, dass das Kind bei Gewaltanwendung physischer oder psychischer Art mäßigend eingreift.
Außerdem sollten – entweder vom Lehrer oder von der Klasse – gemeinsame Regeln aufgestellt werden, die den Umgang miteinander definieren und deren Einhaltung von der Gemeinschaft gesichert werden.
Eine gute Möglichkeit, die Schüler auf die Problematik aufmerksam zu machen, sind Aktionstage, um Aggressionen und Gewalt sowie den Umgang damit zu thematisieren.
Gewaltfreie und niederlagenlose Konfliktlösungsmöglichkeiten sollten an der Schule ebenso gelehrt werden wie es zum Teil schon für Lernstrategien gang und gäbe ist.
Eine bessere Aufsicht in Pausen ist ebenfalls eine Möglichkeit, die Gewaltausübung wenigstens an der Schule zu verhindern, auch wenn es sie selbst nicht primär bekämpft.
Da die Ursachen oft bei den Schülern zuhause zu finden sind, ist es für Eltern ratsam, dem Kind ein gutes Vorbild zu sein und offen über Gewalt und ihre Folgen zu diskutieren.
Weitere Links zum Thema:
Visionary – Gewalt in der Schule
Dossier zum Thema vom MDR
Der Schweizerische Bildungsserver




6. Dezember 2006 um 17:34
ich find es scheiße das ist das schliemmste ind der schule was passieren kann und dammit verdierbt mann sine noten
26. November 2008 um 17:46
Danke für die Informationen.
26. November 2008 um 17:46
Danke