Rennspiele bald ab 18?

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Das sogenannte Ego-Shooter ganz und gar schädlich sein sollen und sowohl das Unrechtbewußtsein als auch die Hemmschwelle für reale Gewalt von Jugendlichen nicht gerade fördern soll haben wir ja inzwischen zu genüge eingetrichtert bekommen. Auch dass sich Computerspiele allgemein schlecht auf die Entwicklung unserer Sprößlinge auswirkt ist schon mehrfach durch mehr oder weniger aussagekräftige Studien zwar nicht empirisch bewiesen worden, aber zumindest haben sie es geschafft, dass viele Eltern sich von den darin vorkommenden Thesen geradezu abschrecken lassen. Das Spielen solcher Spiele verbieten sie ihren Kindern folglich einfach strikt, statt sich näher damit auseinanderzusetzen und vielleicht erst mal zusammen mit dem Nachwuchs ein Spiel anzuschauen, um danach selbst gemeinsam zu entscheiden, ob das Spiel denn nun geeignet ist oder nicht.

Nun sollen, laut einem Pilotprojekt eines Münchner Psychologen, auch Rennspiele enorm gefährlich für Jugendliche sein. “Sie könnten vor allem bei Jugendlichen einen Hang zu waghalsigen Fahrmanövern auslösen.”, so Jörg Kubitzki vom Allianz Zentrum für Technik.

Gegenstand der landesweiten Befragungsstudie, die im Freistaat Bayern durchgeführt wurde, sind 657 13-17-jährige männliche Jugendliche und deren kraftfahrzeugbezogenen Interessen und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Videorennspielen.

Um die Ergebnisse kurz zusammenzufassen:

  • 77% aller Jugendlichen spielen regelmäßig Video-Rennspiele
  • Einstiegsalter: 10. Lebensjahr
  • Spielmotive: Wettrennen, Crashen, spektakuläre Überholmanöver, Speeding, schnelle Kurvenfahrten
  • 27% betrieben bereits Reparatur/Tuning
  • Hinweis auf Zusammenhang von Rennspiel und Reparatur/Tuning
  • 12% lernten bereits “gut” Auto fahren
  • 17,5% fuhren bereits illegal Auto
  • 21% erlebten bereits illegale Rennen
  • Hinweis auf Zusammenhang von Reparatur/Tuning mit fahren lernen illegalem Fahren und Rennen
  • 4% hatten bereits einen PKW-Unfall
  • Hinweis auf Zusammenhang von Unfällen mit Reparatur/Tuning, illegalem Fahren, illegalen Rennen, Wohnort Land
Strasse bei Nacht

Es gibt allerdings auch schon Kritiker dieser Studie: Johannes Fromme, Professor für erziehungswissenschaftliche Medienforschung an der Universität Magdeburg. Er bezweifelt, dass Street Racing Games tatsächlich zum aggressiven Fahren verleiten. “Das ist nur eine neue Variante der Diskussion, die um Shooter-Spiele geführt wird: Nimmt der Spieler aus der virtuellen Welt etwas mit, das ihn dazu bringen könnte, die Regeln in der Realität nicht einzuhalten?” Dass Computerspiele die Persönlichkeit langfristig verändern, sei aber noch nie empirisch bewiesen worden. Genau dies wollen nun aber Sozialpsychologen der Universität München tun: Sie wollen nun auf den Ergebnissen aufbauend weiterforschen.

Einen kleinen persönlichen Kommentar kann ich mir leider auch dieses Mal nicht verkneifen:
Was fällt denn unseren Psychologen in Zukunft wohl noch alles ein? Kaum ist die Debatte um Shooter etwas abgeflacht, werden neue, immer subtilere Zusammenhänge zwischen jeglicher Art von Videospielen und dem gewalttätigen, verbrecherischen und unverantwortlichen Verhalten von Kindern und Jugendlichen gesucht.
Zugegeben, in der aktuellen Version des Spiels “Burnout” gibt es einen Spielmodus, in dem es darum geht, den spektakulärsten Unfall zu erzeugen. Das hätte man getrost auch weglassen können, denn hier geht es keinesfalls um die eigentlichen Ambitionen typischer Autorennspiele-Gamer, sondern nur um die Zerstörung möglichst vieler Fahrzeuge. Aber haben wir nicht alle (zumindest die männlichen Wesen unter uns) in unserer Kindheit mit unseren Spielzeugautos die unglaublichsten Stunts oder die waghalsigsten Sprünge vom Schreibtische auf den Tepichboden nachgespielt? Das Spielzeugauto blieb da meistens ganz, aber bei den realistischen Rennspielsimulationen heutzutage werden die Crashes so detailgetreu dargestellt, dass wohl auch der kleinste, unerfahrenste Knirps vor dem Bildschirm merkt, dass er in der Realität in diesem Auto wohl keine Überlebenschance gehabt hätte.

  1. Martin schrieb:

    Kann es sein das wenn man extensiv Halma spielt auch aggressiv werden kann? Werden so Schachgenies auch nicht vereinsamen wenn sie dauernd Schach spielen.

    Nein ich bin 43j alt und habe keine dieser PC-Spiele auf meinen Mac. Nur wenn wenn man einen Zusammenhang bringen will, klappt das auch. Wir Erwachsenen machen es doch zu einfach. Die Welt der Kids, die Umgebung ist halt eine andere als die unsere. Da sind aber die meisten Eltern und Lehrer überfordert.

    Hab gelesen das Kinder die im Kindergarten mit Bauklötzchen schmeissen zuviel Tetris gespielt haben im Kinderzimmer.

    Verbote sind da immer ein Zeichen von Hilflosigkeit und/oder Unvermögen

  2. Marcel schrieb:

    lol ich hab Burnout auch aber bin noch nie illegal gefahren^^

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