Fluter – das Mitmach-Jugendmagazin der besonderen Art
Die Online-Ausgabe des Jugendmagazins “Fluter” wirkt auf den ersten Blick etwas unaufgeräumt – der zweite Blick zeigt allerdings, dass sich hinter der Anfhäufung von Text- und Bildkästchen ein umfangreiches Informationsangebot verbirgt. Das ist auch nicht gar so verwunderlich, denn es ist das Jugendmagazin der “Bundeszentrale für politische Bildung”, das sich – nach eigenen Angaben – an 16- bis 22-jährige wendet und zu deren “Demokratieverständnis” beitragen möchte. Entsprechend finden sich zwar viele Artikel zu aktuellen politischen Ereignissen und Fragestellungen (wie z. B. “Rechtsradikalismus” oder “Studiengebühren”), aber eben nicht nur.
Momentan beschäftigt sich beispielsweise ein Themenschwerpunkt mit der Nahrung (welche Konzerne sind maßgebend in der Nahrungsmittelindustrie, welche Entwicklungen bahnen sich künftig an usw.). Neben Büchern werden auch Filme und Musiktitel besprochen, meist mit reichhaltigen Querverweisen und Hintergrundinformationen versehen. Dabei geht es weniger um “Standardwerke” – vielmehr wird der Besucher auf ungewöhnliche und originelle Quellen aufmerksam gemacht. Bei den Büchern wird etwa die Neuerscheinung “Brüste kriegen” von Sarah Diehl (ein Pubertätsroman) oder “Die Jugend von heute” von Joachim Lottmann besprochen.
Die jugendlichen Leser sind ausdrücklich zur Beteiligung am Magazin eingeladen – nicht nur in Form von Forenbeiträgen und Kommentaren, sondern sogar auch durch eigene Artikel und Beiträge. Bei den Filmen stößt man übrigens – wenn auch etwas versteckt – auf das sehr interessante und umfangreiche Begleitheft zum Film “Sophie Scholl – die letzten Tage”, das zahlreiche Erläuterungen zum Film erhält und als PDF-Datei sofort downloadbar ist.
Was die Informationsfülle anbetrifft, so mach der “Fluter” einen guten Eindruck und man merkt deutlich, dass das Magazin redaktionell gepflegt wird. Etwas unzufrieden sind wir mit dem Web-Design, das Jugendlichen keinen wirklichen Anreiz zum “Stöbern” gibt: zu kleine Schrift, verschenkter Platz durch eine veraltete 800-Pixel-Ausrichtung, unattraktive Farbgebungen, zu große Weiß-Flächen usw. usw. Das ist schade – denn der Inhalt wäre es wert, ihn auch “lockend” zu verpacken.




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