Sicher surfen – Teil 1: die Technik

Sicher Surfen

Puuh, allmählich wird ess echt knapp. Ich muss den Text unbedingt bis morgen fertig haben. Also, Laptop an, Dokument geöffnet und nachdenken… Hmmm… vielleicht find ich ja im Internet noch ein paar Informationen. Also Netzwerkkabel einstecken, Internet Explorer starten, Google aufrufen und – jetzt ist der Bildschirm schwarz. Hm, der Computer startet neu. Blöd. Sanduhr… dann noch mal von vorn: Internet Explorer, Goo… ja verflixt. Schon wieder Neustart. Jetzt fährt nicht mal mehr Windows hoch. Panik!

Sicher hat jeder von uns schon mal ein solches oder ähnliches Szenario erlebt. Die Zeit drängt, man muss unbedingt ein Referat, Aufgabenblätter, einen Brief oder ähnliches fertig machen und die Technik lässt einen im Stich. Speziell im Internet lauern tausenderlei Gefahren für den ahnungslosen Informationssammler. Viren, Dialer, Würmer, Trojanische Pferde… die Artenvielfalt der Schädlinge ist inzwischen erstaunlich groß.

Überall im Netz schwirren kleine Programme herum, die nur darauf warten, dass ein unvorsichtiger Surfer sich ins Internet einwählt und – zack – schon schlagen sie zu. Der Computer fängt vielleicht nicht sofort an zu rauchen, aber er verhält sich auf einmal seltsam. Er ist viel zu langsam, er startet ohne Vorwarnung neu, Dateien „verschwinden“ oder – im Extremfall – er schaltet sich ab und fährt auch gar nicht mehr hoch. Was tun?

Man könnte versuchen, mit einem Anti-Virus Programm dem Schädling den Garaus zu machen, aber wenn der Computer bereits nach ein paar Sekunden neu startet oder gar nicht mehr hochfährt, hilft oft nur noch eine komplette Neuinstallation. Und das ausgerechnet jetzt… so ein Pech!

Wir sollten also eher fragen: was können wir tun, um so etwas in Zukunft zu verhindern? Genau wie beim Autofahren müssen auch beim Surfen auf der Datenautobahn gewisse Sicherheitsstandards für die Technik und „Verkehrsregeln“ beachtet werden. Widmen wir uns als erstes der Technik. Zum sicheren Surfen müssen sechs Punkte beachtet werden:

1. Sicherer Browser: Der Microsoft Internet-Explorer ist zwar nach wie vor der meistverbreitete Browser, gilt aber auch als der Browser mit den meisten Sicherheitslücken, wobei fast täglich neue entdeckt werden. Früher gab es immer das Problem, das viele Internetseiten nicht dem Standard entsprachen und nur im Internet-Explorer korrekt dargestellt werden konnten. Inzwischen haben sich aber einerseits die Internetseiten verbessert, andererseits sind die Konkurrenz-Browser etwas toleranter geworden, was Standards angeht. Ein empfehlenswerter Browser ist der Mozilla Firefox, einen kostenlosen Download gibt’s hier: mozilla-europe.org/de/

2. Antivirus-Programm: Um vor Viren, Würmern und Dialern zu schützen braucht man ein Antivirus-Programm, das permanent im Hintergrund läuft und alle Aktionen überwacht. Da es täglich Neuentwicklungen von Schädlingen gibt, ist es unerlässlich, dass man regelmäßig das Antivirusprogramm updatet. Eine empfehlenswerte Antivirus-Software ist AntiVir. Für den Privatgebrauch gibt es einen kostenlosen Download hier: free-av.de/

3. Firewall: Eine „Feuerwand“ kontrolliert aus- und eingehende Datenpakete aus dem Netz und lässt nur Daten an festgelegte Programme (Browser, E-Mail-Programm etc.) durch. Das verhindert einerseits Angriffe von außen, andererseits wird unterbunden, das irgendein Programm ungefragt Daten nach außen ins Netz gibt. Wer Windows XP hat, kann Service-Pack 2 installieren, dann wird eine Firewall automatisch mitinstalliert (siehe dazu 4.). Für Nutzer die eine extra Firewall brauchen, empfiehlt sich ZoneAlarm, ebenfalls ein Programm, das für den Privatgebrauch kostenlos zur Verfügung steht: download.zonelabs.com/bin/free/de/download/znalmDetails.html

4. Regelmäßige Windows-Sicherheitsupdates: Auch wenn man nicht mehr mit dem Internet-Explorer surft, sollte man regelmäßig Windows-Updates machen, da auch in Windows selbst von Microsoft täglich neue Sicherheitslöcher gestopft werden. Das Windows-Update geht (leider) nur über den Internet-Explorer, unter windowsupdate.microsoft.com. Hier kann man auch das „Service-Pack 2 für Windows XP“ kostenlos herunterladen und „Automatische Updates“ aktivieren, dann werden in Zukunft täglich automatisch die neuesten Updates installiert.

5. Für Outlook-Nutzer: Sicherstellen, dass die automatische Vorschau von E-Mails deaktiviert ist. Sonst werden alle Dateianhänge, also auch potentielle Viren die in E-Mails enthalten sind, sofort gestartet, sobald die E-Mail in der Liste ausgewählt wird, noch bevor die E-Mail per Doppelklick geöffnet wird. Bei Outlook 2000/xp: Ordner Posteingang wählen, dann im Menü Ansicht >Vorschaufenster und AutoVorschau deaktivieren. Vorgang für alle anderen E-Mail-Ordner wiederholen (Gelöschte Objekte, Postausgang, Gesendete Objekte etc.) Bei Outlook Express: gleiche Verfahrensweise, aber im Menü Ansicht >Layout >Vorschaufenster anzeigen deaktivieren. Noch Besser: einen sichereres E-Mail-Programm verwenden. Empfehlenswert ist Mozilla Thunderbird, kostenloser Download unter: thunderbird-mail.de/thunderbird/

6. DSL-Flatrate: Wer eine DSL-Flatrate hat, erhält zusätzliche Sicherheit, wenn er einen DSL-Router verwendet. Ein einfacher Router kostet ca. € 25,- und wird zwischen DSL-Modem und Computer geschaltet. Der Router regelt automatisch die Einwahl ins Internet und ist dauer-online. Möchte man surfen oder E-Mails abrufen, sendet der Computer die Anfrage an den Router, der sie ins Internet weiterleitet. Die Antwort wird vom Router entgegengenommen und an den Computer weitergeleitet. Dies bietet einen zusätzlichen Schutz, da der Computer nicht direkt am Internet hängt. Der Anschluss und die Konfiguration eines Routers erfordert allerdings etwas technisches Know-How und Kenntnis über Netzwerke.

Die wichtigsten Verkehrsregeln fürs Surfen werden wir in Teil 2 in den nächsten Tagen hier besprechen.

  1. Félin schrieb:

    Zu Punkt 1: Es stimmt nicht, dass die anderen Browser den Standards gegenüber toleranter geworden sind. Der IE ist der Brwoser, der sich nicht an die Standards hält und da dieser der meistverbreitete Browser ist, gibt es viele Seiten, die für den kaputten Standar des IE optimiert sind…

  2. Micha schrieb:

    “das viele Internetseiten nicht dem Standard entsprachen und nur im Internet-Explorer korrekt dargestellt werden konnten”
    Das sagt doch, das der IE nicht dem Standard entspricht… ;-)

  3. noppes schrieb:

    Ich nutze alle angegebenen Programme scon seit langer Zeit und ich kann nur sagen, die sind ok. Hatte isher noch keine ernsthaften Probleme. Angriffe werden von Zone Alarm geblockt und Viren zuverlässig von AntiVir erkannt. (Regelmäßiges Update vorausgesetzt) Firefox ist auch ok.

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