Kinder und Umwelt – Plus- und Minuspunkte

bmu-Kids Screenshot

Manchmal sind Web-Angebote für Kinder und Jugendliche recht “versteckt” oder in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Das ist schade – und auch wieder nicht, wie man am Beispiel des “Kids-Angebots” des Umwelt-Bundesministeriums sieht. Hier schwankt man zwischen “nett gemeint” und einem “es müsste doch besser gehen”.

Eigentlich werden werden bei “BMU-Kids” viele interessante Fragen in einer verständlichen Sprache erklärt: Wie ernährt man sich richtig, wie wesentlich ist der Faktor Bewegung, wozu ist eine Glühbirne da usw. Die Texte sind gut, die kleinen Comic-Figuren sind auch passend. Wenn man durch die einzelnen Bereiche klickt, wird man auch zu naturkundlich interessanten Plätzen in Deutschland gelenkt, ein “Community”-Bereich ist vorhanden, ein Foto-Album geplant, einige Bastelanleitung sind ebenfalls zu finden.

Allerdings sind eine Reihe von Kritikpunkten angebracht, die – leider – “typisch” für ähnliche Web-Angebote sind. Man merkt dem Unterfangen überdeutlich an, dass sich hier Erwachsene gedacht haben “Wir müssen halt auch was für Kinder machen”. Wahrscheinlich hat man den Auftrag dann einem Softwarehaus übergeben, das sich gedacht hat: Okay, machen wir mal Webseiten, tun Text drauf, ein paar Bildchen dazu, dann hat man ja noch ein Forum usw.

Und der Content wurde offensichtlich vom Ministerium geliefert: Wie gesagt, zwar von der Sprache gut aufbereitet, aber die Themen oft trocken, spröde, nach dem Motto “Es muss was mit unserem Ministerium zu tun haben” verfasst. Dann stand die Sache irgendwo im Netz, alle haben mal zufrieden durchgeklickt und weiter wird das Angebot anscheinend nicht wirklich gepflegt.

Nur so ist es zu erklären, dass nur alle paar Monate im Forum ein (in Ziffern “1″) Beitrag zu finden ist, das Fotoalbum keine Fortschritte macht usw. Man hat das Gefühl, dass die medienpädagogische Beratung fehlt(e) und eine wirkliche adressatenspezifische Ausrichtung nur am Rande geschieht.
Das alles ist auch ein Zeichen für den Stellenwert, den Kinder- und Jugendarbeit bei manchen öffentlichen Stellen einnimmt. Denn die eigentliche Homepage des Ministeriums ist durchaus professionell gemacht, hält aktuelle Stellungnahmen und Broschüren bereit, bietet Service-Leistungen an etc.

Zusammenfassend kann man sagen, dass “BMU-Kids” zwar nicht als Spitzenangebot unter den Kinderseiten gesehen werden kann, dass aber dennoch ein Besuch lohnt, wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern das Angebot durchforsten. Man wird auf manch schöne Idee stoßen – und hinterlässt vielleicht eine kleine Mail mit der Bitte, das Angebot ein wenig intensiver zu pflegen.

Link: BMU-Kids
Link: Homepage des Umwelt-Bundesministeriums

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