Hochbegabung – Fluch oder Glücksfall

Hochbegabung

Fällt ein Kind in der Schule durch Aggressivität, ständige Streitigkeiten mit Lehrern und Schülern, oder „Klassenclown-verhalten“ aus der Reihe, stehen Eltern und Lehrer vor einer schwierigen Aufgabe. Therapien bei Psychologen können helfen, um das Kind besser in die Gesellschaft zu integrieren.

Oft werden dann die Diagnosen „Hyperaktivität“ oder „Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom“ (ADS) gestellt. Was ist jedoch, wenn das Problemkind sich nicht der Norm anpassen kann, weil seine geistigen Fähigkeiten, die Fähigkeiten der Altersgenossen weit übertreffen?

Gute Psychologen erkennen die Hochbegabungen ihrer jungen Patienten, jedoch bleiben auch einige von ihnen unentdeckt. 2-3% aller Kinder einer Alterklasse sind statistisch gesehen hochbegabt. Man schätzt jedoch dass 50% der Hochbegabten durch nicht ausreichende Förderung unerkannt bleiben.

Diese hohe Zahl scheint zunächst paradox. Warum sollten Kinder ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten verstecken und so tun als würden sie sich für die neueste Zeichentrickserie interessieren, wenn sie sich in Wahrheit lieber Gedanken über die physikalische Grundsätze machen?

Hochbegabte Kinder fühlen sich in ihrer Umwelt oft unverstanden und als Fremdkörper. Die Folge ist oft soziale Ausgrenzung, da das Kind andere Bedürfnisse als die meisten Kinder seines Alters hat. Das Konfliktpotential für hochbegabte Kinder liegt somit letztlich in der Diskrepanz von erwarteter gesellschaftlicher Norm zum eigenen unkonventionellen Denken und Fühlen. Aus dieser Diskrepanz heraus können sich verschiedene Probleme entwickeln: Verhaltensauffälligkeiten, Schulversagen, psychosomatische Störungen bis hin zur Suizidgefährdung. Wenn jedoch Hochbegabung bei einem Kind diagnostiziert wird, so können Eltern gezielt darauf reagieren und auch auf staatliche Unterstützung zählen. Denn im Endeffekt wird die ganze Gesellschaft von den außergewöhnlichen Fähigkeiten profitieren.

Um die Hochbegabung von Kindern frühzeitig zu erkennen und ihnen die Möglichkeit zu bieten sich entfalten zu können, gibt es einige Initiativen im Netz, sie sich mit dem Problemen und Möglichkeiten auseinandersetzen.

Kaskade e.V. bietet neben Informationen zur Hochbegabung auch ein Gästebuch und Forum zur Verständigung der Interessenten untereinander an. Zusätzlich werden Veranstaltungen des Vereins, sowie Kontaktadressen veröffentlicht.

Kleverkids.de listet professionelle Beratungsstellen auf, außerdem organisiert sie in regelmäßigen Abständen Stammtische, wo sich Eltern über die Hochbegabung ihrer Kinder austauschen können.

KlugeKinder.at befasst sich mit der Hochbegabung im ganz jungen Kleinkindalter. Je jünger das Kind, desto schwerer ist es die Anzeichen für Hochbegabung zu erfassen. Die Seite listet Fähigkeiten von Kleinkindern auf, die aus Erfahrungsberichten auf Hochbegabung schließen könnten.

  1. deutsche_kartoffel schrieb:

    Guten Tag,
    ich finde es sehr schön das jemand versucht Menschen über Hochbegabung zu informieren.
    Ich selber leide unter der Hochbegabung.Meine Lehrer sehen mich als Menschen der dauernd (in ihren Augen) unnötige Fragen stellt und somit als Störfaktor.Dadurch bekomme ich dauert Strafarbeiten und bekomme immer schlechtere Noten.Ich finde es schade das die Lehrer so ungenügend ausgebildet sind.
    Leider liegt es nicht an den Lehrern!!!Auch ich habe durch viel Druck den ich durch alle Seiten bekomme (einfaches Beispiel:”Peter”(ich) du könntest in jedem Fach eine 1 haben aber du willst ja nicht!!!) habe ich auch schon (sehr sehr oft eigentlich jeden Tag) über suicid nachgedacht.
    Ich hoffe das sich die Lage für Hochbegabte drastisch ändert in Deutschland und auf der ganzen Welt.

    ein Beitrag von ………Mir

  2. schneeewittchen schrieb:

    Interessant, geht mir ganz genauso.

    Menschen denen ich zum ersten Mal von der Hochbegabung
    berichte schauen mich an als käm ich vom Mars.
    Ich denke sie setzen dass mich Arroganz und Selbstüberschätzung
    gleich. Aber ich versuche damit mein Leiden zu erklären.

    Resultat ist; die meisten wissen nicht/wollen nicht wissen
    was eine Hochbegabung aus macht.

    Ich fühle mich immer unterfordert und es entwickeln
    sich Depressionen wie Agressionen.

    Ich weiss nicht wohin ich mich wenden kann.

    Ich denke auch oft an Suizid.
    Langsam beginnt dieser Gedanke mein Leben zu bestimmen.
    Denn was bringt ein Leben das immer nur unter
    dem eigentlichen Können geführt wird.
    Alles beginnt sinnlos zu werden und man selbst einsam.

    Deutschland ist scheinbar konservativ.
    Kein Platz für die die aus der Reihe tanzen.

    Wenn mans allein hier nicht packt, dann gar nicht.

  3. Michael schrieb:

    Das würde ich nicht ganz so sehen. Es gibt viele andere Hochbegabte, “satte” statistische 3 Prozent !
    Ich selbst als HB kann mich mit euch beiden tatsächlich – und auch leider – gut identifizieren.
    Aber ihr müsst da unbedingt rauskommen, wieder aktiv werden.
    Suizid ? Daran habe ich auch eine Zeit lang gedacht – obwohl ich genau wusste das ich sowas nicht kann und niemals wirklich machen würde.
    Letztendlich stehen wir als “Aussenseiter” dar. Wir kommen vieleroft nicht gut in der Gesellschaft an. Denn diese Gesellschaft wir bestimmt von Unwissenheit – und gleichzeitig auch Desinteresse.
    Ich selbst gebe mich auch nicht mit allem und jedem ab. Ich habe meinen eigenen ganz persöhnlichen Freundeskreis – Anpassung zur Mehrheit kommt erst garnicht in Frage; ich habe keine Lust ständig Alkohol zu trinken oder zu Rauchen, dafür binn ich mir dann zu schade.
    Also hier nun mein Rat:
    Sucht euch Leute die damit klar kommen wie ihr seid und was ihr seid. Villeicht sogar andere HB. Ihr könnt euch ja mal z.B. bei der Mensa umsehen.
    Viel Erfolg !

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