Identitäts-Hopping im Netz

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Unter Identitäts-Hopping versteht man die Kommunikation unter Vortäuschung einer anderen Identität, zum Beispiel eines anderen Geschlechts oder Alters. Dieses Phänomen ist besonders häufig in Chaträumen zu finden. Was aber sind die Gründe dafür?

Die in unserem Kulturkreis gängigen Normen und Konventionen spiegeln sich in Online-Kommunikation wieder. Es ist meist den männlichen Teilnehmern überlassen neue Kontakte aufzubauen, da sie seltener angesprochen werden. Frauen hingegen finden schnell neue Kontakte. Gerade deswegen geben sich kontaktsuchende Männer als Frau aus und Frauen, die ihre Ruhe haben wollen, als Mann.

Dabei greifen sie auch auf geschlechtsneutrale Identitäten zurück, welche somit einen defensiven Charakter haben. Allerdings ist es äußerst problematisch, diesen Identitätswechsel stimmig zu halten und gerade in Kennenlern-Chats macht eine falsche Identität für den ernsthaften Benutzer wenig Sinn. Häufig ist es auch der Fall, dass vor allem jüngere Männer unter der Angabe des falschen Geschlechts andere Männer zu ihrem eigenen Vergnügen hinters Licht führen.

Als weiteren Typ des Identitäts-Hoppings ist der Wechsel der Identität innerhalb verschiedener Communities zu nennen. Es ist möglich, sich auf dieselbe virtuelle Identität zu Beziehen, indem man zum Beispiel auf eine persönliche Homepage verweist. Jedoch kann man in vielen Communities auch ein eigenes Profil erstellen, wodurch man in jeder Community ein komplett anderes Profil haben kann. Welche Gründe gibt es für diese Verhalten?

Gemeinschaften definieren sich durch Gemeinsamkeiten und gemeinsame Ziele. Je höher der Gleichheitsgrad unter den Mitgliedern ist, desto größer das Gemeinschaftsgefühl. Somit ist es gerade in virtuellen Gemeinschaften interessant, sich eine möglichst gut zur Gemeinschaft passende Identität zu erschaffen.

Über die Häufigkeit von Identitäts-Hopping gehen die Meinungen von Forschern stark auseinander. Es gibt verschiedene Thesen und Forschungsergebnisse. Bestimmt kann es nicht schaden, sich bewusst zu sein, dass der bekannte Satz „What you see is what you get“ im Internet zumindest nicht immer wahr ist.

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