Geh an mir vorbei, und ich sage Dir wer Du bist

RFID-ChipQuelle: www.vs.inf.ethz.ch

In den Tagen der CeBIT 2006 dreht sich wieder alles um die Technik hinter den Dingen die uns Tag für Tag das Leben erleichtern sollen. Neben mobilem Fernsehen über PDA, Notebook oder Handy, den neusten Trends in Sachen Personal Computer Hardware, bildet dieses Jahr auch “Radio Frequency Identification”, kurz RFID, einen Schwerpunkt (RFID auf der CeBIT 2006). Eben die Technik, die beispielsweise in den neu eingeführten Reisepässen integriert ist oder häufig für Zutrittskontrollen oder Arbeitszeitkontrollen in kleine Karten integriert wird.
Wie kann man sich das vorstellen?
Der Eigentlich RFID-Chip, auch Transponder genannt sendet Informationen an eine Sende und Empfangseinheit. Die auf diesem Weg ausgetauschten Daten können dann von einem Computer entgegengenommen und verarbeitet werden. Die Datenübertragung zwischen Sende- und Empfangseinheit und Transponder findet über ein elektromagnetisches Feld statt. Erzeugt die Sende- und Empfangseinheit ein elektromagnetisches Feld durch das sich der Transponder bewegt wird der RFID-Chip mit Strom versorgt, so dass Kommunikation zwischen den Systemkomponenten stattfinden kann. Der Transponder erhält den benötigten Strom also per Induktion.

RFID-Chip (Quelle: www.walletgard.com)Quelle: www.walletgard.com

Je nach Frequenz, Sendeleistung und Umwelteinflüssen kann ein RFID-Chip entweder aus wenigen Zentimetern oder bis zu mehr als einem Kilometer Entfernung ausgelesen werden. Generell unterscheidet man passive und aktive RFIDs. Aktive Transponder sind größer, schwerer, wartungsbedürftiger und teurer als passive Chips, jedoch zeichnen sie sich durch eine sehr viel höhere Sendeleistung und erheblich mehr Speicherplatz aus. Aus diesem Grund sind die Einsatzgebiete durchaus unterschiedlich. Neben den schon anfangs erwähnten Einsatzmöglichkeiten, werden RFIDs schon seit den 70er Jahren bei Tieridentifikationen eingesetzt. Sehr bekannt ist mittlerweile die Nutzung als Wegfahrsperre im Automobilbereich. In der Industriellen Anwendung finden RFIDs beispielsweise bei modernenen Mautsystemen, Containeridentifizierung für Containerlogistik und im Rahmen der Nutzung fahrerloser Transportsysteme und modernen Kommissionierungsmaschinen eine stetig steigende Rolle. Derzeit überlegt die EZB zukünftige Geldscheine über RFID fälschungssicher zu machen.
So beeindruckend die Möglichkeiten dieser Technik auch sind, so unterschiedlich sind auch die Meinungen zur Nutzung dieser Technik. So sind Datenschützer der Meinung, dass die Verwendung solcher Systeme bis hin zum Verlust der informationellen Selbstbestimmung führen kann. Sind RFID-Chips nämlich in Produkten oder Karten integriert, hat der Besitzer keinerlei Kontrolle darüber, wann, wo, welche Daten ausgelesen werden. Außerdem gibt es beispielsweise im Zusammenspiel mehrerer Chips noch Probleme, da bei einer räumlichen Massierung nicht mehr zuverlässig auf alle Chips gleichzeit zugegriffen werden kann. Ein wichtiger Hauptanwendungsaspekt, das so genannte “bulk scanning” ist so teilweise nicht mehr möglich. Ebenso ist die Aufzeichnung eines einfachen Signals möglich, so dass sich Empfängereinheiten unter Umständen täuschen lassen. Auch die Entsorgung der jetzt schon massenhaft hergestellten Transponder stellt ein noch ungelöstes Problem dar, an dem ebenfalls noch gearbeitet werden muss.
Abschließend kann man festhalten, dass sich mit der Möglichkeit der “Radio Frequency Identification” sicherlich einige Problem in Zukunft besser lösen lassen werden, allerdings auch noch viele Probleme zu lösen und Kompromisse bzgl. der Nutzung zu finden sind.
Im Rahmen des Focus Schülerwettbewerbs gibt es eine Umfrage zum Thema RFIDs, die von Schülerinnen die am Mentoring-Programm CyberMentor teilnehmen erstellt wurde. Da des CyberMentor Projekt ebenfalls von der Universität Ulm betreut wird, möchten wir Ihnen die Teilnahme an der Umfrage ans Herz legen. Der in etwa 25 Fragen umfassende Fragebogenwird bis Mitte April online sein.

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