Lotte Kühn – Das Lehrerhasserbuch

Cover Das Lehrerhasserbuch

In den ersten Schuljahren eine Lehrerin, die nach dem Motto “Fela mus man machn döfen” unterrichtet und es als eine Gefahr für die Schreibentwicklung der Kinder ansieht, sollte man es wagen den ein oder anderen “Fela” zu korrigieren – und nach den Sommerferien erzählt der neue Deutschlehrer, dass die Rechtschreibleistungen der Klasse miserabel sind und dass die Eltern unbedingt mit ihren Kindern Rechtschreibung üben müssten, da sonst keine Chance auf den Besuch eines Gymnasiums bestünde.

Diese und mehr haarsträubende Situationen erzählt Gerlinde Unverzagt in ihrem Bestseller “Das Lehrerhasserbuch”, welches unter dem Pseudonym Lotte Kühn im Dezember 2005 im Knaur Verlag erschienen ist.

Als Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 8 und 16 Jahren kommt Gerlinde Unverzagt auf mittlerweile 26 Jahre Schulerfahrung, welche sie sich in ihrem Buch “Das Lehrerhasserbuch – Eine Mutter rechnet ab” von der Seele schreibt. Nicht immer ganz korrekt, stellenweise sehr verallgemeinernd zieht sie über viele Stereotypen von Lehrern her: die Grundschullehrerin, die von allen nur gemocht werden will und sich als eine Art Supermami ansieht, der kumpelhafte junge Lehrer, der die Kinder nach draußen zum Spielen schickt mit den Worten “das bleibt unser Geheimnis”, eine andere Lehrerin die den Kindern vorjammert wie gemein das ist, dass sie an eine andere Schule versetzt wird, noch ein anderer Lehrer, der nicht einmal die Namen seiner Schüler kennt…
Die Vorwürfe gegen die Lehrerschaft füllen viele Kapitel, Lösungsvorschläge sind jedoch dünn gesät.

Was das Buch lesenswert macht sind die vielen Beschreibungen von alltäglichem Schulleben, die einen an die eigene Schulzeit oder die der Kinder erinnern. Marmorkuchenbacken für den Kuchenverkauf in der großen Pause, die Frage welche Lehrer oder Eltern die Klasse auf den Klassenausflug begleiten werden, das Sitz-und Mitarbeitsverhalten der Eltern auf den Elternabenden…

Wer mit der Schule allgemein nicht auf Kriegsfuss steht bekommt ein nettes Stück Unterhaltung das sowohl zum Grübeln als auch zum Schmunzeln einlädt. Wer jedoch eh schon auf die Schule und allen voran die Lehrer schimpft muss dieses Buch nicht unbedingt lesen, denn neue Erkenntnisse bringt es nicht und auch gemeinschaftliches Schimpfen über die Situation, dass Lehrer als Beamte nicht einfach entlassen werden können, wird an der Situation nichts ändern.

  1. Mandy Schiefner schrieb:

    “Was das Buch lesenswert macht sind die vielen Beschreibungen von alltäglichem Schulleben, die einen an die eigene Schulzeit oder die der Kinder erinnern. Marmorkuchenbacken für den Kuchenverkauf in der großen Pause, die Frage welche Lehrer oder Eltern die Klasse auf den Klassenausflug begleiten werden, das Sitz-und Mitarbeitsverhalten der Eltern auf den Elternabenden…”

    Ich finde, dass das Buch nur unter einem Aspekt lesenswert ist: “Wie argumentiere ich möglichst unsachlich und unfair.” Nicht, dass ich hier die Lehrer in Schutz nehmen möchte. Aber mit Behauptungen, dass alle Lehrer gelbe Zehennägel und Jesuslatschen trügen kommt man in der “Misere” im deutschen Bildungssystem nicht voran. Dieses Buch ist ein “sich-Luft-machen” einer frustrierten Mutter, die sich ihre Schulerlebnisse von der Seele schreibt. Es darf aber auf keinen Fall als Beschreibung eines normalen Schullebens oder ähnlich interpretiert werden. Eine sachlichere Diskussion mit mehr gehaltvolleren Argumenten hätten dem Buch und dem Nachdenken über den Schulalltag besser getan.
    Da kann ich mich dem Zitat oben nur anschliesen: “Die Vorwürfe gegen die Lehrerschaft füllen viele Kapitel, Lösungsvorschläge sind jedoch dünn gesät.” – die Argumentation auch.

  2. I.M. schrieb:

    Beim Lesen des Buches musste ich häufig schlucken und habe gedacht, oh-oh, da hat jemand mächtig Frust. Dann habe ich die bisher insgesamt miterlebten 23 Schuljahre meiner Kinder Revue passieren lassen. Von Eltern vorbereitete Einschulungs- und Entlassgottesdienste, gebackene Kuchen, mit Gebasteltem versorgte Weihnachtsmärkte, diverse Wandertage, Theaterbesuche usw. usw..
    Dann der Wechsel zum Gymnasium: je nach Lehrerpersönlichkeit sehr sehr hohe Anforderungen (“Das ist hier ein Gymnasium!!) aber auch `Landkarten zum Ausmalen`; mein Sohn hat dies voller Abscheu (er hasste es schon in der Grundschule) von seiner kleinen Schwester erledigen lassen.
    Ein Lehrer, der zufällig nach Sportstunden die Tür der Mädchenumkleide öffnet (das sich in diesen Klassen nach dem Sportunterricht kein Mädchen duscht versteht sich von selbst….).
    Ein an sich guter Mathelehrer “braucht” regelmäßig folgenden Kick: Er holt einen Schüler an die Tafel und fragt gezielt nach Unterrichtsstoff von dem er weiß, das dieser Schüler ihn nicht beherrscht; er macht sich dann über die Unfähigkeit des Schülers so lange lustig, bis die gesamte Klasse lacht.
    Eine herbe Grundschullehrerin , die meine laufuntalentierte Tochter mit Worten wie “du läuft wie eine Ente” beschimpft.
    Der Witz an der Sache: Die Schüler der Gymnasien werden nicht auf das Studium vorbereitet. Das hat mein Sohn bereits im Vorkurs seines Studiums feststellen müssen; unabhängig davon hat ein Mitarbeiter eines Studentensekretariates dies im Rahmen eines Vortrages geäußert.

    Ich könnte (wirklich) auch ein Buch schreiben…………….aber ich höre lieber jetzt auf…….meine Tochter muss noch 3 Jahre bis zum Abi :-) ))
    Sie hat mir heute erzählt, dass sie bisher zwei gute Lehrer hatte………
    Viele Grüße

  3. Anneliese Sura schrieb:

    Verdammt, kann mir mal jemand sagen, wie die Kinder von Lotte Kühn heißen? Heißt da einer vielleicht Janne-Vincent ??? Wieso kriegt man diese Information nirgendwo…

  4. Elsa schrieb:

    Ich bin Lehrerin an einer BBS. Unterrichte also Schüler, die schon seit 10 Jahren Schulerfahrungen haben. Was mich immer wieder erstaunt ist die Schreibfertigkeit und auch
    die Orthografiekenntnis, die die Russlanddeutschen haben. Warum können das alle, und unsere Schüler nicht?? I
    Ich bin auch eine 68erin. aber die Auswirkung dieses unnseligen Ansatzes “schreib doch wie du es hörst” spüre ich schon lange. Kuschelpädagogik funktioniert nicht, die Schüler scheitern spätern.

    Was Ihre Meinung zum Arbeitseinsatz und Engagement der Lehrer betrifft: Nie in meinem Leben habe ich so hart, lange und schwer gearbeitet wie jetzt an unserer Schule. Bevor ich in den Schuldienst ging, war ich Krankenschwester auf einer Intensivstation, hatte nachts 38 ! Leukämiekranke, Aidskranke und an Blutkrankheiten erkrankte Patienten zu versorgen und weiß wirklich, was Arbeit bis zur Erschöpfung heißt. Die Schule hat das für mich überboten.

  5. C. Krüger schrieb:

    Ich bin Mutter von 2 Kindern.18/14 m/w Ich habe das Buch verschlungen. Auf vielen Seiten habe ich mich wiedererkannt. Schlimm nur, dass man auch als Elternteil nicht ganz schuldlos ist an der Ganzen Miesere. Wie ich im Buch “Elternsprechstunde” gelesenhabe ist es doch oft so, dass sich die Eltern zu selten offen luft machen. Mir ist es jetzt wieder so deutlich geworden. Es wird ein Elternabend angekündigt – Folge: Es wird geschimpft aber nur vor und nach dem Elternabend. Während dessen fehlanzeige! Hier sprechen immer nur ein und die selben und verbrennen sich den Mund! (Bin selst Eltrnsprecherin) Die Krönung ist dann noch, dass sogar Eltern es drauf haben einem richtig anzuar……! Das soll noch einer Verstehen!
    Ich habe auch gute und sehr Erfahrungen gemacht. In der Grundschule hatte meine Tochter eine sogenannte Vorzeigelehrerin! Sie hat es verstande, die Freude und Neugier stetig am Lernen zuschüren. Diese Frau konnte mit sehr gutem Gewissen ihre Klasse auf die weiterführenden Schulen geben und stolz auf ihre geleistete Arbeit sein. Also es giebt immer gute und schlechte Lehrer, genauso sieht es aber auch bei den Elternhäusern aus!!!
    Also seit ehrlich zu euch selbst und sucht nicht die schuld woanders!!

  6. Rüdiger Steinbeck schrieb:

    Liebe Frau Kühn.

    Ich danke Ihnen herzlichst für dieses geniale „Lehrerhasserbuch Buch“.
    Gelesen habe ich es noch nicht, denn ich kann’s mir leider nicht leisten.
    Aber ich muß es auch nicht lesen um zu wissen, das Sie damit ihren Finger
    in eine tiefe Wunde gelegt haben, und „schon das“ war die Anstrengung wert.
    Lassen sie sich nicht entmutigen, und schreiben Sie weiter.
    Die Wahrheit ist nun einmal ein hochkomplexes Thema, und erfordert Standhaftigkeit.
    Leute ohne Rückrad haben wir schon zu viele in diesem Land.
    Sobald man Ihnen ihren Spiegel vorhält, werden sie patzig, und unfair, drohen mit Sanktionen und staatlicher Gewalt.
    Das machen Sie immer so, denn Sie haben es so gelernt!
    Sie wollen einfach nicht wahrhaben, das „Sie Selbst“ es sind, den sie da erkennen.
    Denn sie sehen einfach nicht genau hin!
    Wir Beide wissen ja, das es ebenso viele Gute unter Ihnen gibt, aber bei diesen politischen Vorgaben muss
    sich Niemand wundern wie desinteressiert und teilnahmslos, viele von Ihnen die Motivation, „einen wirklichen Guten Job zu machen“,
    verloren haben.
    Der Wust an bürokratischen Hindernissen, permanente Kritik der Eltern, die inzwischen ja „wie Jeder von uns“,
    gelernt haben, eigenes Fehlverhalten kurzerhand einfach an die nächst Höhere Instanz Abzugeben.
    Ein undankbarer Job in diesen Zeiten Lehrer zu sein, weil man leicht vergisst, das auch sie nur Menschen sind.
    Menschen, wie Du und ich. Menschen, die „auch nicht“ fehlerlos sind.
    Nun tragen sie Alle einmal wieder die Lasten verfehlter „politischer Aufgaben“.
    Kein Wunder das sie dagegen rebellieren. Wir Beide wissen, das nicht die Lehrer die Schuld an diesen
    Entwicklungen tragen, sondern diese verrohte, egoistische, unmoralische Gesellschaft.
    Die wiederum wird geprägt, von Ihren klassischen Vorbildern, in erster Linie unseren Korrifeen im Nadelstreifenanzug,
    zu denen wir ja Alle so gern aufschauen.
    Was auch immer sie beschließen, es hat über viele Jahre Bestand, und ist für einen „Normalbürger“ so Gut wie nicht anfechtbar.
    Die Ergebnisse einer derart miserablen Familienpolitik, können wir dann u. a. der Tagespresse, den
    Medien entnehmen.
    Und auch Sie verteidigen ihr Vorgehen mit Aller Vehemenz, und sind ebenso unfähig, Ihr diesbezügliches
    Fehlverhalten einzugestehen.
    Ganz gleich, ob Richter, Staatsanwälte, Polizisten, sie Alle handeln im Auftrag eines Systems, das die eigentlichen
    Aufgaben an die nächst Höhere Instanz Abgibt.
    Das ist Hierarchisch, und alles andere als „Demokratisch“!
    „Und“, es ist die Ursache Allen Übels die aufgrund dieser Ignoranz, Vorfälle wie Erfurt und Emsdetten ermöglicht!

    Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge
    nimmst du nicht wahr???

    Wir Alle kennen diesen Spruch, aber nur sehr, sehr wenige denken einmal intensiv darüber nach.
    Denn …..
    es ist leichter zu denken als zu fühlen -
    leichter, Fehler zu machen, als das Richtige zu tun.
    Es ist leichter zu kritisieren als zu verstehen -
    leichter, Angst zu haben, als Mut.
    Es ist leichter zu schlafen als zu leben -
    leichter zu feilschen, als einfach zu geben.
    Es ist leichter zu bleiben, was man geworden ist,
    als zu werden, was man im Grunde ist.

    Und aus diesem Grunde wird es noch viele solcher Amokläufe wie in Erfurt oder Emsdetten geben.
    Und „wieder“, wird man nach den Schuldigen suchen!
    Es ist immer das Gleiche Spielchen, und auch immer der Gleiche Spielplatz.
    Letztendlich findet man die „wahrhaft Schuldigen“ jedoch nur „in sich selbst“!

    Ich hoffe, sie schreiben noch viele solcher Bücher, und wünsche Ihnen eine glückliche Hand.
    Über die Wahrheit zu Schreiben ist eine unterschätze Macht, bitte nutzen sie Sie auch weiterhin.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rüdiger

  7. A. Maggio schrieb:

    Liebe Frau Kühn,

    Vielen Dank für dieses Buch. Für mich war es ein Segen dieses Buch zu lesen.
    Würde ich anfangen über unsere Schule zu erzählen würde sich wahrscheinlich der Papst höchst persönlich in unseren Ort begeben um den Lehrern die Buße abzunehmen. Mein Vater hat einen Spruch drauf, sag’ ich Ihnen…
    Der sagt doch tatsächlich immer zu mir: “Die Wahrheit tude weh!”
    Genau! Deshalb reagiert meiner Tochter Lehrerin so empört wenn ich ihr meine Meinung so unverschämt ehrlich ins Gesicht klatsche….Auf ihren Vorschlag hin, daß Kinder, die sich nicht mögen doch trotzdem mal in ihrer Schulstunde anfassen sollten, damit sie sich besser verstehen, fragte ich sie wie sie es denn fände mich auch einmal anzufassen, vielleicht würde sie mich dann auch mal verstehen(Sie mag mich schon deshalb nicht). Sie hat bis heute nicht geantwortet. Armes Lehrerli….

    Mit freundlichen Grüßen

    Vorname: Mutti Nachname: Das haben sie falsch verstanden

  8. o. koll schrieb:

    hallo danke

  9. Lothar Grün schrieb:

    Lotte Kühns unsägliches Buch brauchte längst eine Antwort. So habe ich das Buch “Der Elternhasser – Die Antwort, EIn Lehrer rechnet ab” geschrieben. Es erscheint Anfanng 2007 in einem deutschen Buchverlag, der mutig genug ist. Mehr Informationen unter http://www.der-elternhasser.de
    Herzlichst
    Lothar Grün

  10. Maike Glaess schrieb:

    Ein tolles Buch! Denn: Auch meine Tochter musste vor so vielen Jahren schreiben “der Mülleimer ist tot”. Auf meine Frage hin – und meine Tochter war der deutschen Sprache durchaus mächtig – wieso der Mülleimer tot ist, kam die lapidare Antwort: “Kaputt kann er nicht sein, das p hatten wir noch nicht und dürfen es deshalb noch nicht benutzen.”
    Ein klein wenig Frust kommt bei mir auf, weil ich über Jahre gemerkt habe, dass eine Mutter, die auf den niedlichen kleinen Stühlen den Mund aufmacht, ihrem Kind eher schadet, als nützt. Inzwischen ist sie in der elften Klasse und ich denke ernsthaft darüber nach, entweder den Mund mal wieder aufzumachen, oder einfach dieses Buch an die Lehrer zu verschenken.
    Herzlichen Dank
    maike

  11. Barbara schrieb:

    Ich bin eine sehr engagierte Junglehrerin und unterrichte in einer AHS Englisch und Sport. Ich habe das Lehrerhasserbuch als Audio-CD erstanden, einfach deshalb, weil ich finde, dass man für andere Blickwinkel offen sein sollte. Ich hörte es mir paar Tage hintereinander während des Frühstücks an, das Essen wurde mir dabei aber tagtäglich verdorben. Ich finde es ziemlich engstirnig, alle Lehrer über einen Kamm zu scheren, sie als unfähig, pädagogisch völlig verarmt und unmotiviert darzustellen; den Eltern wiederum wird jegliche Verantwortung – so scheint es – abgesprochen und sie werden als die Armen “Werkzeuge” hingestellt, die sich völlig nach dem Schulsystem richten müssen; die Kinder sind überhaupt die, die gar nicht von der Schule profitieren, in ein Rollenbild hineingepresst werden und so arm sind in der Schule. Es mag stimmen, dass es Lehrer gibt, die in ihrem Beruf aus vielerlei Gründen fehl am Platz sind. Diese Leute gibt es in jeder Berufsschicht. Ich fühle mich aber mit so einer Meinung in eine Schublade gepresst, in die ich nicht gehöre. Ich kümmere mich um meine Schüler, so individuell wie möglich. Sitze stundenlang vor Vorbereitungen und Heften, die ich versuche so individuell und fruchtbringend wie möglich zu gestalten. Ich versuche meinen Unterricht witzig und positiv zu gestalten und habe damit auch Erfolg, weil ich viel positive Rückmeldung von den Schülern und Eltern bekomme. Und ich bin bestimmt keine Ausnahme!!!!!
    Ich habe noch keine eigenen Kinder, das heißt ich kann noch nicht aus der Muttersicht sprechen, aber ich möchte mich hier einmal ganz stark gegen eine Verallgemeinerung von Lehrerqualitäten aussprechen.
    Ich würde es jedem, der es sich anmaßt, über unsere Berufsgruppe so “gescheite” und “weise” Aussprüche zu machen, empfehlen, sich einmal selber in eine Klasse von 30 Pubertierenden zu stellen und dann versuchen, ihnen etwas beizubringen. Und nach einem Monat würde ich dann gerne wissen, ob der- / diejenige dann noch immer so über das Lehrerdasein denkt. Viele Kinder haben null Umgangston, sind frech und probieren permanent aus, wie weit sie gehen können. Es verlangt sehr viel Geschick, Menschenverständnis, eine hohe Gedulds- und Akzeptanzschwelle, um diese Kinder liebevoll zu behandeln und sie so schön langsam zur Kooperation zu bewegen.
    Natürlich, als Mutter sehe ich immer nur mein eigenes Kind und das liebe ich natürlich sehr und da kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es in der Schule womöglich Probleme macht. Als Lehrerin bin ich aber mit 30 gleichzeitig beschäftigt.
    Das, was hier angezweifelt werden sollte, ist das Schulsystem generell, aber nicht “DIE Lehrer”. Für Diskussionen zur Verbesserung des Schulsystems bin ich durchaus offen, denn es gibt sicher vieles, was da nicht so rennt, wie es rennen sollte. Nur da müsste auch die Regierung mehr für das Bildungssystem tun und den Lehrern mehr Mitspracherecht gewähren und mehr Geld zur Verfügung stellen.
    Man glaubt es nicht, wenn man es nicht selber erfahren hat: Lehrer sein ist ein Idealisten-Job, denn man arbeitet so viel mehr als es am Stundenplan scheint. Und man hat die ganze Zeit vollste Verantwortung. Gerade im Turnsaal kann ich nicht einfach wann ich will einen Kaffee trinken oder auf’s Klo gehen, wann ich will. Ich muss permanent voll konzentriert sein, damit nichts passiert. Und das kann sehr sntrengend werden, wenn man den ganzen Nachmittag durchunterrichtet.
    Ich möchte diese Seite der Münze allen zu bedenken geben, die die Lehrer immer nur als die faulen, unfähigen und bösen sieht.

  12. Dr. Clas ABELS schrieb:

    Meine Frau ist heute Lehrerin a.D. Arbeitsbeginn 1963. Seitdem haben wir gemeinsam bis heute Hunderten von Kindern gegen die Schule, gegen die Lehrer und bei den Schularbeiten geholfen, unentgeltlich. Wir können Ihnen bestätigen, daß wir genau die gleichen Erfahrungen gemacht haben wie Sie, obwohl wir in ganz verschiedene Lebenskreisen wirken. Ist das nicht schrecklich?

  13. Oliver schrieb:

    Das also kommt dabei heraus, wenn eine völlig überforderte, dauerfrustrierte Mutti, die sich schon seit ihrer eigenen Schulzeit mit Schultraumata abplagt, ein bis mehrere Bücher schreibt. Ein faszinierendes Psychogramm. In ihren Büchern erfahren wir nichts aber auch wirklich gar nichts Neues über die teilweise desolaten Zustände an deutschen Schulen. Darauf haben wirkliche Insider (nämlich Lehrer und Schulleiter) schon vor etlichen Jahren hingewiesen. Wir erfahren aber wohl etwas über Frau Unverzagt. Sie steht leider stellvertretend für den typischen Bürger des westlichen Kulturkreises. “Egal was ist, ich bin nicht schuld”. So könnte man das Motto dieser Gattung in einem Satz zusammenfassen. Die Primärzelle der Sozialisation und Erziehung ist immer noch die Familie. Die zunehmenden und flächendeckenden Defizite, die viele Kinder und Jugendliche in diesen Bereichen aufweisen sind zum Teil erschreckend. Selbst wenn sich das bundesrepublikanische Schulsystem zum Besseren wenden würde, so könnte die Institution Schule doch niemals grobe Versäumnisse in der Erziehungsarbeit der Eltern kompensieren. Aber es ist ja um so vieles leichter, ausschließlich anderen die Schuls zu geben. Einen ganzen Berufsstand aber pauschal zu verunglimpfen ist jedoch schon kriminell. In jedem Beruf, in jeder Institution, generell in jeder größeren Menschenansammlung gibt es Fleißige und Faule, Gebildete und Ungebildete, Engagierte und Desinteressierte usw. Wenn Frau Unverzagt solche elementaren Grundeinsichten des menschlichen Daseins fehlen, so muss man sich ernsthaft fragen, wie sie sich erdreisten kann, “Missstände anzuprangern”, “aufzuklären” und Ratschläge zu erteilen. Sie sollte das Geld, was sie durch den Verkauf ihrer Pamphlete erzielt hat, in eine gute, langjährige Therapie inverstieren, an deren Ende sie sich vielleicht eingestehen kann, einen Großteil der Schuld am Schicklsal ihrer Kinder selbst zu tragen.

  14. ina schrieb:

    Oliver, du bist unsäglich unsachlich.
    Hättest Du geschwiegen, man hätte meinen können, Du wärst ein Philosoph.

  15. Patricia schrieb:

    Ich bin Schülerin an einer Realschule und besuche die 9. Klasse. Ich habe das Buch auch gelesen, denn meine mutter war davon so begeistert…!! Ich muss sagen, dass was dort drinne steht stimmt auf’s wort genau!!! Bei uns an der Schule gibt es Lehrer die, die Kinder wegen 5 minuten mit dem stuhl kippeln 10 minuten stehn lassen oder wegen einem wort zu viel die Schüler 5 minuten vor die tür schicken, sie Tische putzen lassen oder die hausordnung in bund schreiben lassen. Ich hatte mal eine situation da sollten wir in gruppen Stationenarbeit erledigen. Unser lehrer hat felsenfest behauptet das wir in einem alter wären [7. klasse] wo wir diese in 3 schulstunden erledigen können. Am schluss haben die gruppen in der klasse sich die antworten gegenseitig diktiert. Darauf meinte mein Lehrer zu mir und meienr freundinn:,, Es wird nicht diktiert ihr könnt wörter zu Hause in einem Duden nachschlagen!”. Wie ich ihm zur antwort gab: ,, ich habe noch andere hausaufgaben auf, da kann ich nicht noch im duden nachschauen!” hat er mich 10 minuten vor die tür gestellt. Am stundenende in einem gespräch war er nicht davon zu überzeugen, dass man die wörter nicht in einer halben minute nachschlagen kann.
    Daraufhin hat meine mutter ein gespräch mit dem Lehrer geführt der immernur sagte:,, ich bin der pädagoge und sie wissen doch überhaupt nichts davon.” Soviel dazu die Leher bemühen sich den Schülern etwas beizubringen und dann wundern sie sich, dass viele Kinder &’ Eltern keinen bock mehr haben…!!!!

    Ich finde es gut das es so Bücher gibt und sie auch genug Leute lesen, denn dadurch gibt es vlt. in der Zukunft mehr Mütter die sich wehren.
    Es gehört meienr meinung nach viel Mut dazu so ein Buch zu schreiben…. *RESPECKT*

    LG P.M

  16. Patricia schrieb:

    Ich bin Schülerin an einer Realschule und besuche die 9. Klasse. Ich habe das Buch auch gelesen, denn meine Mutter war davon so begeistert…!! Ich muss sagen, dass was dort drinne steht stimmt auf das Wort genau!!! Bei uns an der Schule gibt es Lehrer die, die Kinder wegen 5 Minuten mit dem Stuhl kippeln 10 Minuten stehen lassen oder wegen einem Wort zu viel die Schüler 5 Minuten vor die Tür schicken, sie Tische putzen lassen oder die Hausordnung in bunt schreiben lassen. Ich hatte mal eine Situation da sollten wir in Gruppen Stationen arbeit erledigen. Unser Lehrer hat felsenfest behauptet das wir in einem alter wären [7. klasse] wo wir diese in 3 Schulstunden erledigen können. Am Schluss haben die Gruppen in der klasse sich die antworten gegenseitig diktiert. Darauf meinte mein Lehrer zu mir und meiner Freundin:,, Es wird nicht diktiert ihr könnt Wörter zu Hause in einem Duden nachschlagen!”. Wie ich ihm zur antwort gab: ,, ich habe noch andere Hausaufgaben auf, da kann ich nicht noch im Duden nachschauen!” hat er mich 10 Minuten vor die Tür gestellt. Am stundenende in einem Gespräch war er nicht davon zu überzeugen, dass man die Wörter nicht in einer halben Minute nachschlagen kann.
    Daraufhin hat meine Mutter ein Gespräch mit dem Lehrer geführt der immer nur sagte:,, ich bin der Pädagoge und sie wissen doch überhaupt nichts davon.” Soviel dazu die Lehrer bemühen sich den Schülern etwas beizubringen und dann wundern sie sich, dass viele Kinder &’ Eltern keinen bock mehr haben…!!!!

    Ich finde es gut das es so Bücher gibt und sie auch genug Leute lesen, denn dadurch gibt es vlt. in der Zukunft mehr Mütter die sich wehren.
    Es gehört meiner Meinung nach viel Mut dazu so ein Buch zu schreiben…. *RESPECKT*

    LG P.M

  17. heike danker schrieb:

    Wer kann helfen oder Rat geben?

    Justin, 11 Jahre alt

    Um es vorweg zu nehmen, wir sind ein 5-köpfige, ganz normale Familie. Mein Mann und ich sind selbständig und leiten gemeinsam eine Sozialstation in Berlin Wilmersdorf. Unsere Zeit ist sehr begrenzt, trotzdem nehmen wir sie uns für unsere Kinder.
    Was uns noch wichtig ist- wir suchen niemals Streit und hatten einen solchen auch nie.
    Nur, hier geht es um unseren Sohn!

    Unser Sohn Justin, 11 Jahre alt geht in die Heiligenseegrundschule, Klasse 6.
    Wir haben ihn, aus heutiger Sicht, zu früh eingeschult, er war damals erst 5 Jahre alt, erst im November wurde er 6.
    Er wurde bis dahin von einer Tagesmutter betreut und wir mussten eine Entscheidung treffen zwischen 1Jahr Kindergarten oder gleich Vorschule. Wir haben uns für Letzteres entschieden.
    Bereits die Vorschullehrerin meldete Bedenken an, sie hielt es zunächst für besser, Justin die Vorschule nochmals wiederholen zu lassen, korrigierte aber dann diese Entscheidung.
    So wurde unser Sohn dann mit 5 Jahren eingeschult. Im ersten Schuljahr saßen wir viele Stunden vor dem Klassenzimmer, weil Justin so sehr weinte. In der 2.Klasse gab sich das dann.
    Bereits damals nahm die damalige Klassenlehrerin (Fr. Seifert) Kontakt zu uns auf, weil sie sich Sorgen, sowohl auf Grund der schulischen Leistungen, aber auch wegen Justins Sozialverhalten machte.
    (Seit der 2. Klasse haben halten wir Kontakt zu den wechselnden Klassenlehrerinnen, wir haben jetzt die 3.)
    Alle drei haben zuerst den Kontakt zu uns Eltern gesucht.
    Jede der Lehrerinnen sagte, dass wir etwas unternehmen müssten, Justin hatte häufig schlechte Noten. Es gab Zeiten, in denen, der damals 9-Jährige- weinend zusammen brach “ich schaff das nie…”.
    Die 2. Klassenlehrerin (Fr. Schulz) teilte unsere Ansicht, es wäre besser, wenn Justin eine Klasse nochmals wiederholen würde.
    Nach ihrer Rücksprache mit der damaligen Direktorin hieß es jedoch- Rückstufungen gäbe es nicht mehr und außerdem wäre Justin nicht schlecht genug. Justin hatte damals noch mehr Probleme als heute. Er ist wirklich ein liebenswerter Junge, doch damals stand er morgens schon auf und graulte sich vor dem Schultag, „ich versteh das ja sowieso nicht!“, oftmals mit Tränen.
    Wir waren dann beim Schulpsychologen, vor 2 Jahren, der außer einer enormen Schulunlust, Niedergeschlagenheit und einem durchschnittlichen IQ nichts feststellte. (Hierüber haben wir leider nichts Schriftliches)
    Justin übt täglich mindestens 1Stunde, nachweisbar, da wir die Unterlagen aufbewahren.
    Zu Beginn der 6. Klasse gab es einen erneuten Klassenlehrerwechsel, und auch diese Lehrerin rief uns umgehend an, weil sie sich sorgte. Im Übrigen die 1.Lehrerin, die dann auch einen Test mit ihm durchführte und daraufhin wiederum bei uns anrief, da alle Zeichen auf eine Lese- und Rechtschreibschwäche hinwiesen.
    Auch diese Lehrerin war für eine Rückstufung, sprach dann mit dem jetzigen Direktor nur um uns dann mitzuteilen, für eine Rückstufung würde man eine Diagnose benötigen.
    Nun wurde Justin erneut bei einem Kinder- und Jugendpsychologen vorstellig, bei dessen Untersuchungen dieser Befund sich bestätigte, neben diversen anderen Defiziten und Diagnosen, z.B. Teilleistungsstörungen in Bereichen der Wahrnehmung, der Motorik, der Sprache und des Sprechens.
    Auch hier erhielten wir die Empfehlung, dass Justin besser zurückgestuft gehöre.
    Dies reichten wir zusammen mit unserem eigenen Antrag bei der Schule ein. Der Direktor meinte, wir als Eltern würden dies nicht entscheiden können, es müsse erst eine Lehrerkonferenz geben.
    Diese fand nun statt.
    Und soeben erhielten wir den Anruf der Klassenlehrerin, die- wie ihre Vorgängerinnen- das Ganze ins Rollen gebracht hatte. Der Antrag wurde abgelehnt. Wir als Eltern wurden nicht angehört.
    Ich betone nochmals, seit der 2. Klasse hat unser Sohn diese Probleme, sämtliche Klassenlehrerinnen nahmen von sich aus Kontakt zu uns auf, immer mit den Worten “ich mache mir Sorgen”, alle sahen es auch so, dass Justin ein Jahrgang zurück versetzt gehört, nur um dann, wenn dieses Anliegen dem Direktor, damals Direktorin vorgetragen wurde, einen Rückzieher zu machen.
    Bitte sagen Sie uns, was können wir tun? Wir als Eltern begreifen dieses Schulsystem nicht.
    Möglicherweise liegt es daran, dass wir in KEINEM Brennpunktkiez wohnen, und dass die Statistiken schön aussehen sollen?

    Eine andere Sorge, unser Jüngster geht ebenfalls auf diese Schule, 4. Klasse, und er würde daran zerbrechen, wenn er die Schule verlassen müsste, weil die Lehrer vielleicht ihren Unmut an ihm auslassen würden. Was können wir tun?

    Unsere Familie wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns helfen könnten.

    Herzlichst- Familie Danker aus Berlin-Heiligensee

  18. Annette und Viviana schrieb:

    Liebste Frau Unverzagt,

    nach der Lektüre Ihres Buches bedauern wir Sie im Nachhinein, in eine Lehrerfamilie hineingeboren worden zu sein. Da Sie als sogenannte Insiderin dieses Buch geschrieben haben, müssen wir wohl den Rückschluss ziehen, dass sich Ihre Eltern in ihrem Beruf als faul, desinteressiert, ahnungslos, gestresst, überfordert oder doch nur als bequem erwiesen haben!
    Da diese wohl permanent “wegen Rückenleidens nach erfüllender Gartenarbeit” und “somatisiert wochenlang im Bett blieben, weil sie Zweifel über den Sinn ihres schulischen Tuns und des Lebens überhaupt plagten”, zweifeln wir Ihre Kompetenz, den Lehrerstand beurteilen zu können, in keinster Weise an!!!
    Nie haben wir uns in Kooperation mit schulischen Einrichtungen als “Handlanger, Hilfslehrer und nützliche Schulidioten” gefühlt. Wenn Sie alle Hinweise, Mitteilungen und Ratschläge von Seiten der Schule als Arbeitsabschiebung ansehen, dann müssen wir als Mütter und Pädagogen tatsächlich versagt haben. Wir danken Ihnen, dass Sie uns die Augen geöffnet haben: bisher wussten wir gar nicht, wie faul wir doch sind!

    Annette (Lehrerin a.D./ 3 Kinder) und Viviana (Referendarin/ 1 Kind)

  19. Sabine schrieb:

    Sprachlose Wut!

    Zum Kommentar vorher: das passt für mich!

    Ich weiß letztlich nicht, wohin mit meiner aufgestauten, nicht ernst genommenen Wut und Verzweiflung. Mir schlagen Unverschämtheiten und Überheblichkeit an den Schulen entgegen. Die Angst , dass sich diese geballte Süffisanz letztlich dann gegen mein Kind richtet, hält mich mittlerweile davon ab, gegen diese Windmühlen zu agieren.

    Meine eigene Schulzeit hatte traumatische Folgen . Bloßstellungen, Beleidigungen, Beschuldigungen gehen an Kindern nicht spurlos vorüber!!!! So viel wissen wir. Ich musste nun leider feststellen, dass sich nach über zwanzig Jahren nichts geändert hat. Gar nichts!!!! Planlosigkeit, wilde pädagogische Konzepte, Hü und Hott, ß oder ss, zusammen oder getrennt, gute ins Töpfchen, schlechte ins Kröpfchen, Blümchenklassen und Feldwebelabteilungen, kranke Lehrer, Ferien, Ferien, Ferien, pädagogischen Tage, Brückentage, Ausflügen und Wanderungen… und dann, wer hätte es im Vorfeld erahnen können, wird´s plötzlich eng mit dem Stoff…… nein so was!

    Mein Sohn besucht die 4.Klasse und ich könnte schon jetzt an die hundert Seiten mit Vorfällen über “geballte Leererkompetenz” und “Phantasierereinen einer Mutti” füllen. Von den runtergekommenen Gebäuden, überfüllten Klassen, überholten Lehrmaterialien, Ganztagsschulen nach Maß (welchem Maß???) ….. einmal ganz abgesehen.

    Kürzlich ging ich an einer Grundschule vorbei. Es war ein kalter, regnerischer Tag. Die Lehrerin stand mit Mantel und Schal sowie Mütze bekleidet auf dem Pausenhof. Die ihr anvertrauten Grundschüler hielten sich allesamt ohne Jacken draußen auf!!! Einige der Kinder hatten T- Shirts an! Elternschuld? Besser doch ein Fleece-Shirt für die überheizten Klassenräume.

    Ich weiß nicht, wie ich die nächsten sechs, sieben, acht Jahre in Konfrontation mit den Schulen überleben soll. Ich muss es schaffen, meinem Sohn zu liebe. Ich backe, besorge, begleite. Ich hole Stoff nach, lese, rechne, recherchiere. Ich lasse mich mitleidig belächeln, beleidigen und auch beschimpfen! Habe schlaflose Nächte und spiele ernsthaft mit dem Gedanken umzuziehen (ei da ham´mer ja noch eine: hysterisch, überbehütend, unsachlich….. Muddiiii !!!)

    Den Lehrern in unserem Lande räumt man unkontrolliert Macht ein! Macht, nur wenige können damit umgehen, auch in anderen Berufssparten. Um sich der eigenen Macht und ihrer Folgen bewusst zu sein, bedarf es innerer Stärke, Selbstkenntnis, Bildung, Reflexionsbereitschaft, Menschenliebe und die Bereitschaft, sich mit Kritik auseinanderzusetzen. Wie arm muss man selbst sein, welche Ängste und Defizite muss man haben, wenn man sein Ego an schwächeren aufbauen muss, wenn man schwächere bloßstellen und demütigen muss….. Macht, ein sehr heikles Thema, wir alle wissen das!

    Liebe Frau Kühn, DANKE! Vielen Dank!

    S. aus Hessen

  20. Jickentriwler schrieb:

    Tag auch zusammen,

    es ist auch immer das gleiche. Wer sich beschwert, bekommt sofort die Quittung. Es sei denn man ist ein sehr guter Schüler und kann die Lehrer mit Leistung bezwingen. Denn mit sehr guten Schülern legt sich aus meiner Erfahrung her gesehen kein Lehrer gerne an. Aber auch hier fängt der Teufelskreis wieder von vorne an. Irgendeinen kleinen Grund gibt es meistens immer, und dann spitzt sich die Sache zu.
    Beispiel: Der Lehrer frägt jemanden ab, der in der letzten Stunde krank war, der Schüler sich aber am vorherigen Tag im Klassenbuch erkundigt hat, was es zu tun gab, um dies nach zu arbeiten, doch leider der betreffende Lehrer aus welchen Gründen auch immer nichts ins Klassenbuch eingetragen hat bzw. die Hälfte weggelassen hat. Und schon steht die 6 im Notenbuch. Man ist als Schüler in so Momenten absolut demotiviert und die Arbeitshaltung geht bei vielen dahin. Dies hat eine dementsprechende Epochalnote zur Folge. Damit sind die Leistungen zumindest für die Lehrer völlig berechtigt. Doch warum der Schüler keine Motivation hat, danach fragt niemand. Anscheinend sind die meisten Schüler heutzutage ja alle faul und die Playstation läuft bestimmt 24 Stunden pro Tag. Schule hat heute nicht nur was mit Lernen an sich zu tun bzw. Arbeiten schreiben und Hü’s vollkritzeln, wie es eh und je war, sondern schneidet mittlerweile ganz andere Bereiche an…

    Dies alles zusammen zieht sich dann wie ein Rattenschwanz durch das gesamte Lehrerzimmer. Hier und da wird getratscht, dass wie in dem obigen Beispiel der Schüler ja total faul ist etc, nur um eigene Fehler zu vertuschen, sich Unannehmlichkeiten, wie etwa ein Satz “Sorry, hab’s vergessen einzutragen, war mein Fehler…” zu ersparen und sein eigenes Ansehen, als Beamter, nicht eventuell zu gefährden.

    Was ich damit sagen will: Häufig reichen schon ein paar Meinungsverschiedenheiten bei 1-2 Lehrern, die sich damit angegriffen fühlen aus, um als schlechter Schüler, damit wird oft “dumm” oder “unintelligent” verbunden, abgestempelt zu werden. Dass alle Lehrer zusammen halten ist klar, und wer sich gegen die Lehrer/Schullleitung einer Schule stellt, dem geht sein Weg jedenfalls nicht selten an dieser Schule zu Ende…

    Manchmal frage ich mich, ob nicht die Schüler Sozialpädagogik studiert haben müssen, um erfolgreich zu sein…(der letzte Satz kann ja die weiteren Schreiber zu Überlegungen anregen…)

    MFG

  21. Schüler schrieb:

    Hall0,
    das Buch spiegelt teilweise die Wahrheit wieder. Aber was niemand bedenkt ist, das die Schüler immer dreister und respektloser werden und die Lehrer dagegen keine wirckliche macht haben um sich zu behaupten. Was macht den heutigen Kindern Nachsitzen schon aus oder Strafarbeiten?
    Was ich so bei uns in den fünften Klassen sehe ist schon extrem die kleinen Zwerge beschimpfen die Oberstufe und nehmen kein Blatt vor den Mund.

    Also was sollen Lehrer bitte tuen können,wenn sie keinerlei optionen haben den Schülern etwas entgegenzusetzen.

  22. Anne Vester schrieb:

    Ich habe mir eben eine Aufzeichnung der Maischberger-Sendung vom letzten Dienstag angesehen, bei der es um Schulen und Lehrer ging. Das Buch kannte ich nicht, werde es mir aber besorgen. Warum ich die Sendung mit so viel Interesse verfolgte: ohne den Beruf einer Lehrerin erlernt zu haben, kam ich auf Umwegen dazu, ihn auszuüben. Und war dabei äußerst erfolgreich. Meine Geschichte ist folgende.
    Mein Mann Frederic Vester bekam im Jahr 1952 ein Stipendium für eine “Post-doctoral fellowship” an der Yale-Universität. Mit den beiden Kindern von 1 und 3 Jahren zogen wir für zwei Jahre nach New Haven.
    Eines Tages kam eine Freundin und sagte, die Amity Regional Highschool suche eine Deutschlehrerin, ob ich nicht Lust hätte, das zu machen. Ich hatte keine pädagogische Ausbildung (ich war Auslandskorrespondentin für französisch und englisch) und lehnte deshalb ab. Sie bestand aber darauf, dass ich mit dem Direktor Kontakt aufnehme, um mich dann zu entscheiden.
    Ich bekam einen Termin, und das Gespräch verlief so gut, dass ich zusagte. Der Direktor übergab mir bei diesem ersten Gespräch, ohne dass es noch eine schriftliche Vereinbarung gab (auch später nicht!) einen Stoß von ca. 12 Deutsch-Lehrbüchern mit dem Hinweis, ich soll mir eines davon aussuchen, das die Schule dann für meine Schüler bestellen würde. Es wurde weder ein Nachweis für meine Befähigung verlangt noch ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen. Lediglich in der ersten Unterrichtsstunde setzte sich der Direktor in die letzte Reihe und hörte zu. Danach war ich fest angestellt.
    Warum ich so einen Erfolg hatte und deshalb nach Ende des Schuljahres (wir gingen wieder nach Deutschland zurück) zum lebenslänglichen Ehrenmitglied der Fakultät wurde und mit einem sagenhaften Fest verabschiedet wurde, ist ganz einfach erklärt: ich habe meine Schüler so behandelt wie ich dies bei meinen Kindern tat. Mit Liebe und Strenge. Aber humorvoller Strenge. Das waren sie nicht gewohnt, die amerikanischen Lehrer hatten eine Heidenangst davor, streng zu sein und etwas von den Kindern zu verlangen. Freud führte das Regiment.
    Die Schüler liebten mich, obwohl sie bei mir Hausaufgaben machen mussten (“wie sollen wir sonst vorwärtskommen?”), die Klassentür schließen mussten (in Amerika stehen alle Türen, selbst im Krankenhaus offen). -Ich machte ihnen begreiflich, dass ich ihre volle Konzentration haben musste, und das verstanden und akzeptierten sie. Schließlich sprachen mich Kollegen an und fragten mich nach meiner pädagosichen Methode, sie hätten gehört, dass die Schüler so gerne in meinen Unterricht kommen. Die Methode?
    Ich hatte auf der einen Seite keine Angst vor den 16-17jährigen Gören (wie meine Kollegen), und ich liebte sie. So konnte ich Dinge verlangen, die sich die anderen nie getraut hätten.
    Ich besitze noch das Jahrbuch mit den Fotos der Schüler mit ihren liebevollen handschriftlichen Eintragungen für mich.

  23. Monica schrieb:

    Wie wahr!!! Als Mutter einer 15 jährigen Tochter kann ich das nur bestätigen, denn in der Schweiz sind die Verhältnisse die selben.
    Das Deutsch meiner Tochter ist eine wahre Katastrophe, dafür versteht sie dank ihren Mittschülerinnen recht gut Albanisch.

  24. Rebecca schrieb:

    Hallo,

    ich gehe jetzt in die 10 Klasse und habe dieses Buch auch gelesen, weil meine Eltern es so toll fanden und ich muss sagen: ich finde es auch echt sehr genial ^^

    Allerdings muss ich noch etwas dazu sagen:

    Lehrer haben es immer schwerer und wissen nicht mehr, was sie gegen Schüler tun sollen, die im Unterricht nicht aufpassen, laut sind und andere, die gerne etwas lernen möchten, bei eben dem stören. Rausschmeißen ist schön und gut, aber auch das hilft nicht immer.
    Ich habe das Gefühl, dass sich die Lehrer einfach nicht mehr trauen mal durchzugreifen, ich meine, es geht doch nicht an, das Schüler Schüler am lernen hindern, die gerne ihr Abitur machen möchten.

    Was übrigens auch nicht angeht, ist das Gymnadialklassen im Gegensatz zu Realschulklassen viel mehr gefördert werden. Ich bin auf einer Gesamtschule und dank meiner Lehrer in der Grundschule, zusammen mit meiner besten Freundin in einer Realschulklasse gelandet, nur weil unser Abchlussschnitt genau zwischen Gymnasial- und Realempfehlung war. Herzlichen Dank an meine Lehrer. Denn meine Freundin und ich sind jetzt in einer KLasse, in der man es wirklich nicht einfach hat. Wir sind insgesamt 30 Schüler gewesen, jetzt sind wir noch 24. 4 sind von der Schule geflogen und 2 sind umgezogen. Aber nicht das es das verbessern würde, das weniger Schüler in der Klasse sein, nein, nein.

    Es wird einfach immer schwerer für Lehrer, aber auch für die Schüler.

    Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich in der Oberstufe mit den 9. Klässlern zusammen mein Abitur mache, weil für die ja praktisch die 11. Klasse wegfällt und sie gleich in die 9. kommen, dann graust es mich wirklich. Hier, in Berlin, werden die Studienplätze voll sein, weshalb meine Freundin und ich wahrscheinlich ganz wegziehen werden (dabei von unseren Eltern vollkommen unterstützt) einfach um vernünftig studieren zu können.
    Mir ist auch noch nicht ganz klar, was sich der Schulsenat davon verspricht, dass es im Jahr 2012 so viele Abgänger geben wird, wie noch nie. Noch mehr Leute, die keinen Ausbildungs- oder Studienplatz finden? Noch mehr Arbeitslose? Was soll denn der Mist bitteschön?

    Liebe Grüße,
    Rebecca =)

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