Spielen und Leben in den Online Welten (2)
Willkommen zum zweiten Teil der Artikelreihe über „Massively Multiplayer“ Online Spiele. Jetzt werden wir einmal genauer untersuchen, worin der Reiz dieser Spiele denn liegt. Den ersten Teil finden sie hier.
Im Prinzip funktionieren alle Spiele in dem Genre nach dem gleichen Prinzip. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Charakters, der in der virtuellen Welt zuhause ist. Man beginnt auf der niedrigsten Stufe, ohne irgendwelche besonderen Fähigkeiten oder Gegenstände. Nun muss man durch Erfüllen von Missionen und Besiegen von Monstern Erfahrungspunkte sammeln, um seinen Avatar so weiter zu entwickeln. Ein wirkliches Ziel des Spiels gibt es nicht, aber die erreichbaren Erfahrungsstufen (Levels) sind immerhin schon mal begrenzt. So ist zumindest normalerweise nach 50 oder 60 Levels erstmal Schluss.
Es ist natürlich im Interesse der Hersteller, das Erreichen der Levelgrenze solange wie möglich zu verzögern. Da kann es locker mal 200-400 Stunden dauern, bis man genügend Monster bekämpft hat, um die letzten paar Erfahrungspunkte zum Aufstieg zu bekommen. Es gibt natürlich auch noch andere Charaktereigenschaften, die der Spieler versuchen kann, zu maximieren. Fast alle Spiele haben ein Handwerkssystem, das den Spielern erlaubt, Gegenstände herzustellen und damit in der virtuellen Welt zu handeln oder auch selbst zu verwenden.
Die Welten werden oft dadurch interessant gehalten, dass die Spieler in verschiedene Völker und Rassen eingeteilt werden, die sich mitunter sehr feindselig gegenüberstehen. Manche Hersteller setzen fest darauf, das die dadurch entstehenden Konflikte das Interesse der Spieler hält (z.B. Dark Age of Camelot, Guildwars, Anarchy Online, Shadowbane), während das bei anderen Spielen eher im Hintergrund steht (so z.B. bei EverQuest und World of Warcraft.)
Sehr wichtig sind auf jeden Fall die sozialen Bindungen die beim Spielen entstehen, und auch von der Spielmechanik gefordert werden. So ist es in den meisten Spielen sehr schwer, alleine überhaupt irgendetwas zu machen. Es werden verschiedene Charakterklassen benötigt, um die meisten Monster zu besiegen; das heißt das mehrere Spieler sich in einer Gruppe zusammenschließen müssen, und so gemeinsam Missionen erfüllen und Gegner besiegen können. Alleine zu spielen ist fast immer unmöglich.
Weiterhin können sich Spieler in Gilden zusammentun, um so engere Freundschaften zu schließen. Die Gilde, das virtuelle Äquivalent zur Familie, trifft sich dann regelmäßig, um gemeinsam zu spielen. Dadurch entsteht eine sehr große Loyalität zur Gruppe, und zwangsweise auch zum Spiel. Das Interesse des Spielers wechselt somit vom Spiel, welches normalerweise schon längst langweilig wäre, zu den sozialen Aspekten.
Soviel erstmal zum Ablauf der MMOG’s. Im nächsten Teil betrachten wir dann die dadurch entstehenden Probleme.




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