Die Gefahren der (Massively Multiplayer) Online Welten (3)
Onlinespiele bieten nicht nur Spaß und Unterhaltung, sondern auch ernste Probleme die nicht ignoriert werden dürfen. Im ersten und zweiten Teil dieser Artikelreihe haben wir uns bemüht, einen Einblick in den Ablauf der Massively Multiplayer Online Games zu geben. Nun können wir unseren Fokus auf die Auswirkungen richten.
Das bei weitem größte Problem ist der massive Zeitaufwand, den die Spiele erfordern. Wie bereits erwähnt dauert es meist 1-3 Wochen „Spielzeit“ bis ein Charakter auf das höchste Level gespielt wird. Ein Tag wird hierbei als 24 gespielte Stunden gerechnet.
Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde 2004 eine Umfrage zur durchschnittlichen Spielzeit durchgeführt. Bei den Befragten ergaben sich im Durchschnitt 24,6 Stunden pro Woche, die in Onlinespiele gesteckt werden. Das sind dann ungefähr 3,5 Stunden am Tag, wobei normalerweise an Wochenenden mehr gespielt wird als unter der Woche. Man sieht aber schnell, dass ein beachtlicher Anteil des Tages damit verbracht wird. Die Extremfälle liegen da noch weit darüber: 30% spielen zwischen 30-59 Stunden, und 5% der Befragten sogar mehr als 60 Stunden pro Woche.
Gefährdet ist besonders die letzte Gruppe. Kinder, aber auch Erwachsene, mit schwachen sozialen Bindungen werden leicht in die virtuellen Welten hineingezogen, wo sie sich leichter in eine Gruppe eingliedern können. Der Zeitaufwand von mehr als 30 Stunden ist bereits bedenklich, da hier schnell Termine, Pflichten und Verabredungen dem Spielen weichen müssen.
Immer wieder hört man von besonders tragischen Fällen. So zum Beispiel im Jahr 2001, als ein Vater seinen 9 Monate alten Sohn in einen Schrank sperrte, um ungestört EverQuest spielen zu können. Als das Kind mehr als 24 Stunden später wieder aufgesucht wurde, war es bereits tot. Es gibt weitere, weniger tragische Fälle von Kinderverwahrlosung, bei denen die verantwortlichen Elternteile in ihr Onlinespiel vertieft waren, und sich nicht um ihre Kinder kümmerten.
In asiatischen Ländern, so zum Beispiel in Thailand, wird das Spielen bereits per Gesetz eingeschränkt. Spieleserver sollen zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr heruntergefahren werden, und in Spielecafes soll es eine Pausenpflicht alles 2 Stunden geben. Es gab einige Todesfälle von Spielern nach tagelangem Spielen in Internetcafes mit schlechter Belüftung, unzureichend Nahrung und kaum irgendwelcher Bewegung.
Natürlich können die Spiele selbst nicht alleine dafür verantwortlich gemacht werden. Die Neigung zur Sucht liegt im Spieler selbst, und es kommt darauf an, wie man damit umgeht. Die Suchtgefahr ist, wie anhand der Beispielen hoffentlich gezeigt wurde, durchaus ernst zu nehmen. Während Erwachsene dabei auf sich selbst gestellt sind, ist es für Kinder sehr wichtig, dass die Eltern ein Auge auf die Freizeitgestaltung ihrer Sprösslinge werfen.
Allgemeine Richtlinien hierfür gibt es nicht, man kann nur beobachten, wie viel Zeit pro Woche gespielt wird, was für Auswirkungen das auf das soziale, familiäre und schulische/berufliche Leben hat. Bei merkbar negativem Einfluss sollte die Spielzeit auf jeden Fall genauer geregelt und beschränkt werden.





4. Juli 2007 um 17:58
tol
4. Juli 2007 um 18:09
gdfgf
4. Juli 2007 um 18:10
is wil spelein