Web 2.0 – Wikis, Blogs und Co.

Web 2.0

Für Leute, die häufiger im Internet unterwegs sind, werden Begriffe wie Blog, Podcast oder Wiki nichts Neues sein. Allerdings gibt es wahrscheinlich unzählige Computerbesitzer mit einem Internetanschluss, die mit diesen Begriffen bedeutend wenig anfangen können, wenn sie diese überhaupt schon einmal gehört oder gelesen habe sollten. Aber gerade das was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, sind die Inhalte, die sich mit rasanter Geschwindigkeit im Internet verbreiten und es zum Web 2.0 formen.

Hinter dem Begriff Web 2.0 steckt im Grunde mehr eine veränderte Wahrnehmung und Nutzung des Internets als eine konkrete technische Beschreibung. Zwar gibt es auch technische Aspekte, die mit dem Begriff Web 2.0 verbunden werden, allerdings sind diese meist schon lange vor der Entstehung des Web 2.0 – Gedanken entwickelt worden. Der Hauptaspekt des Web 2.0 ist der, dass Inhalte zunehmend von Benutzern selbst eingestellt und verändert werden können.

So gibt es z.B. die Blogs, die oft als Tagebücher fungieren aber auch unzählige andere Inhalte tragen können, wie z.B. der PONSblog. Blogs werden meist immer nur einer Person zugeordnet. Wikis, wie z.B. die bekannte Wikipedia-Enzyklopädie, hingegen leben von der Teilnahme vieler Benutzer, die gemeinsam an den Inhalten arbeiten und diese fortlaufend ergänzen oder verbessern. Weitere Beispiele für Inhalte des Web 2.0 sind Seiten, auf denen man Videos, Bilder oder Lieder von sich selbst veröffentlichen und austauschen kann. Hierzu gehören z.B. Seiten wie YouTube, über die wir auch schon im Artikel Heimvideos für die Öffentlichkeit berichtetet haben oder MySpace.Auch Seiten, die ein soziales Netzwerk erschließen, sogenannte Community-Plattformen, gehören zu den Web 2.0 Kandidaten. So z.B. das StudiVZ, welches sich als Ziel gesetzt hat, alle Studenten deutschlandweit auf ihren Seiten zu vernetzen.

Aber so schön die Vorteile vieler dieser Inhalte auch sein mögen, sie haben auch ihre Schattenseiten, die gerade bei der steigenden Anzahl von Benutzern eine Menge von Gefahren und Problemen hervorbringen. So berichtete vor kurzem Spiegel-online über Identitätsdiebstahl auf den Seiten MySpace und StudiVZ. Dies betraf eine deutsche Studentin und einen australischen Richter. Beide hatten einen Account, den sie selbst noch nie zuvor gesehen hatten und irgendjemand machte sich den “Spaß” ein wenig mit anderen Identitäten herumzuspielen. Dies ging im Fall des australischen Richters soweit, dass auf seiner gefälschten MySpace-Seite, Links zu rechtsextremistischen Gruppierungen in den USA und Fotos, auf denen er mit einer Blondine zu sehen war, samt dem Spruch “Ich bin ein Zuhälter”, eingebunden wurden.

Die Wahrung der eigenen Identität und auch Anonymität im Internet wird von vielen Nutzern, aber auch Anbietern derartiger Portale, oft nicht ernst genug genommen. So war es bis vor kurzem auf den Seiten des StudiVZ noch möglich sich aufgrund fehlerhafter Programmierung, Zugang zu anderen Accounts zu verschaffen oder durch geschickte URL-Eingaben anderweitigen Unfug zu treiben. Wie wertvoll die persönlichen Angaben sind, die man in solch einer Community von sich preisgibt, zeigt die enorme Summe von 85 Millionen Euro, die der Holtzbrinck-Verlag nun investiert hat um das StudiVZ aufzukaufen.

“Fest steht, dass die Studentenschaft für die Marketingindustrie eine interessante Gruppe darstellt. Aber wir werden sicherlich nie private Daten – beispielsweise den E-Mail-Austausch zwischen Studenten – preisgeben. Wir bieten der Marketingindustrie lediglich eine Plattform. Dann können die Nutzer immer noch selbst entscheiden, ob sie an dem Produkt interessiert sind oder nicht.” so Konstantin Urban, Chef von Holtzbrinck Networks. Wie ernst diese Aussage zu nehmen ist, sollte jeder der sich auf StudiVZ angemeldet hat und somit seine Daten veröffentlicht, selbst entscheiden.

Neben Community-Plattformen haben aber genauso Blogs und Wikis mit ihrem Ruf zu kämpfen. Da man erkannt hat, dass ein großes Netz aus Blogs, die sogenannte Blogosphäre, einen großen Einfluss auf Konsumenten ausüben kann, gibt es schon unzählige Unternehmen, die diesen Effekt für sich ausnutzen wollen. So hat z.B. ein Reiseunternehmen einen Blogger beauftragt in seinem Blog positiv über Reisen zu berichten, die er nie unternommen hat.

Als letztes Beispiel die Wikis, welche auch nicht von unschönen Nebeneffekten verschont bleiben. Da sie von der Teilnahme und der freien Editierung aller Nutzer leben, sind sie gerade hier verwundbar. So war die Wikipedia-Enzyklopädie schon des öfteren Anlaufstelle für “Scherzinformationen” aller Art. Zuletzt wurde von Fans des Kinofilms “Borat”, die Seite über Kasachstan derart verändert, dass diese gesperrt werden musste. Sie hatten die Nationalhymne umgedichtet und als typisches Hobby der Kasachen “Vergewaltigung” angegeben.

Diese Beispiele zeigen wo die Probleme und Gefahren des Web 2.0 unter anderem liegen. Jeder sollte sich bewusst sein, welchen Informationen er Glauben schenkt und vor allem wem er Informationen über sich selbst preisgibt.

  1. Klaus Kopf schrieb:

    Um einfacher auf Web 2.0- und Wiki-Inhalte zurückgreifen zu können wurde das Projekt http://www.definero.de geschaffen. Damit kann der User parallel in verschiedenen Nachschlagewerken recherchieren und hat Zugriff auf eine ganze Reihe von Spezialsuchmachinen.

Kommentar hinterlassen