Jugendschutz? Jugenderziehung? Medienkompetenz?
Momentan ist gerade wieder Games Convention in Leipzig und E3 in LA gewesen. Dort konnte man die neuesten Trends in Sachen PC-Spiele bewundern. Viele der dort gezeigten Spiele sind aber leider nicht für jede Altersstufe geeignet, weswegen wir in Deutschland seit einiger Zeit die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) für Computerspiele haben. Nun hat der Verbraucherschutz in Nord Nordrhein-Westfalen mal nachgeforscht wie weit es mit dem Umsetzen dieser Einteilung im Laden aussieht.
Leider war das Ergebnis ziemlich ernüchternd. In vielen Fällen konnten die Testkäufer (ein 14 jähriger Junge und ein 16 jähriges Mädchen) Spiele erhalten, die nicht für ihre Altersklasse freigegeben waren. Nun stellt sich die Frage wenn sich sowieso keiner an die Vorgaben hält und “ab 18-Spiele” doch so einfach auch von Minderjährigen gekauft werden können, warum dann diese Einteilung?
So argumentieren auch die Spielehersteller, dass die Filmindustrie wesentlich weniger Probleme hätte Gewalt auch in für Kinder zugänglichen Filmen unterzubringen. Ob es jetzt Filme wie “Krieg der Welten” sind in denen es Blut regnet und die trotzdem ab 12 Jahren sind oder ob man sich die Gewaltdarstellung in den “Harry Potter” Kinofilmen ansieht ist an dieser Stelle vorerst egal.
Ein Problem ist bei PC und Konsolenspielen sicher die Interaktivität. Die Kinder sehen die Gewalt nicht nur sondern verüben sie selbst. Man denke nur an Spiele wie Unreal Tournament in dem der Spieler durch eine Soundausgabe wie “Headshot” oder “Triple – ” bzw. “Multikill” belohnt wird, wenn er besonders geschickt oder oft seine Gegenspieler vernichtet. Allerdings muss an dieser Stelle klargestellt werden, dass weder das Spielen von sogenannten “Killerspielen” noch das Ansehen von gewaltverherrlichenden Filmen die Kinder zu Gewalttätern werden lässt. Wenn die Eltern sich mit ihren Kindern über den eben gesehenen Film unterhalten oder auch bei Spielen über die dargestellten Bilder reden ist dies kein Problem. Zum Problem werden solche Bilder erst wenn sie unreflektiert von den Kindern konsumiert werden.
Auf dieses Problem will auch der Film von Klicksafe aufmerksam machen. Hier sieht man unterschiedliche nicht sonderlich vertrauenswürdige Gestalten an einem Haus klingeln und die Mutter lässt sie ungehindert zu ihren Kindern weiterlaufen. An dieser Stelle kann man auch festhalten, dass man die Kinder mit diesen Leuten im Normalfall nicht allein lassen würde. Genauso verhält es sich mit Egoshootern und Horrorfilmen.
Zur Unterstützung der Eltern gibt es schon seit einer Weile eine Inititative des Bundesministerium für Familie. Diese Seite will Eltern helfen ihre Kinder mit Medienkompetenz auszustatten.
In der Aktuellen C´t (19/07) ist außerdem ein Artikel mit dem schönen Titel “Game Over” (Seite 78 ff) in dem man auch mal nachlesen kann wie denn das ganze mit der USK zustandegekommen ist und wie es weitergeht.



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