Wege ins Netz 2007

Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützte Wettbewerb “Wege ins Netz” prämiert jährlich Projekte und Initiativen, welche zum Ziel haben, bestimmte Teile der Bevölkerung zielgruppengerecht an das Internet heranzuführen. Der Grund: Zwar nimmt die Zahl der Personen über 14 Jahren, die einen Zugang zum Internet haben, stetig zu, aber nicht alle gesellschaftlichen Gruppen an diesem Trend gleichermaßen beteiligt. Vor allem die Faktoren Alter, Bildung und Wohnort sind für diese Ungleichheit maßgeblich verantwortlich. Grob lässt sich sagen: Der deutschstämmige Student aus der Stadt ist “drin”, aber der “Best-Ager” mit Migrationshintergrund, der auf dem Land wohnt und in seinen jungen Jahren lediglich einen Hauptschulabschluss gemacht hat, ist nicht “drin”.
Insgesamt haben 120 Projekte aus ganz Deutschland am Wettbewerb teilgenommen. Vier davon wurden Anfang September auf der IFA prämiert. Auffällig ist: Drei der vier prämierten Projekte werden bzw. wurden in Berlin durchgeführt. Auf Platz 1 wurde von der Jury das Projekt vom FrauenComputerZentrumBerlin gewählt, welches sich die Vermittlung von “Medienkompetenzen für Frauen mit Behinderungen aufgrund von Krebserkrankungen” als Ziel gesetzt hat, um deren Wiedereinstieg in das Berufsleben zu vereinfachen.
Den zweiten Platz belegte ein Projekt des Berliner Medienkompetenzzentrums “meredo.de”. Die Einrichtung bietet für Familien mit Kindern im Alter von 7 bis 14 Jahren oder auch Großeltern mit ihren Enkelkindern Kurse an, durch diese der Erwerb eines Computerführerscheins für Familien (“family-compass”) ermöglicht wird. Der Kurs soll den teilnehmenden Familien grundlegende Begriffe und Funktionsweisen im Umgang mit dem Computer und dem Internet näher bringen.
Auf Platz 3 schaffte es das Projekt “MOBI- Das mobile Internetcafe” des Katholischen Jugendbüros der Stadt Lingen. An wechselnden Standorten konnten hier Kinder und Jugendlichen, die sonst nicht die Möglichkeit dazu haben, zusammen mit Betreuern im Internet surfen. Die ebenfalls jugendlichen Betreuer wurden eigens an der sogenannten “MOBI-Academy” für die ehrenamtliche Arbeit im Umgang mit dem Computer und dem Internet geschult.
Das vierte Projekt wurde mit dem Sonderpreis “Migration” ausgezeichnet. Den mit 7.500 € dotierten Preis erhielt das Berliner Projekt „klickkicker.de – Die Kreuzberger Bolzplatzliga“. Ziel des Projekts ist die Vernetzung von fussballspielenden Jugendlichen untereinander. Mit Hilfe des Projektes können die Jugendlichen miteinander kommunizieren und ihre Spiele gegeneinander organisieren.
Insgesamt zeigt die hohe Beteiligung und die große Vielfalt der Projekte, dass die “Vernetzung” ein Thema in der Gesellschaft ist, wo jeder Einzelne, sei es durch sein Engagement oder eine pfiffige Idee, mithelfen kann, das Ungleichgewicht auszubessern.



Kommentar hinterlassen