Geschichte lernen mit Comics

Viele Kinder und Jugendliche lesen lieber Comics als normale Bücher, da diese oft anschaulicher und leichter zu verstehen sind. Die japanischen Comics (Mangas) erfreuen sich neuerdings großer Beliebtheit. Auf diese Art soll nun in einem Schulexperiment versucht werden, wie mit Comics den Schülern die Geschichte des zweiten Weltkriegs beigebracht werden kann (Artikel dazu auf Spiele-Online). Dazu wurde vom Berliner Anne-Frank-Zentrum ein Comic entwickelt, welches sich mit der Judenverfolgung, den Konzentrationslagern und dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzt. In der fiktiven Geschichte macht sich Esther, ein Mädchen aus Holland, auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Familie. Sie lebt in der heutigen Zeit und die Geschichte von damals wird in Rückblenden erzählt. Die Geschichte ist angelehnt an das Schicksal von Anne-Frank, die damals als 15-jährige im KZ Bergen-Belsen starb, und das berühmte Tagebuch hinterließ.

Die Zeichnungen sind nicht im dafür weniger geeigneten Manga-Stil gehalten, sondern im klassischen französischen oder belgischen Stil wie es der eine oder andere von Tim und Struppi oder Yoko Tsuno kennt.
Bei der Erstellung wurde über jedes einzelne Bild diskutiert und Experten der damaligen Zeit befragt. Ist die Darstellung als Comic zu fröhlich für einen solchen Sachverhalt? Wirken Personen wie Hitler oder Himmler als Zeichnungen zu freundlich? Stimmen die Farben der Häftlingskleidung mit denen von damals überein? Solche, und viele weitere Fragen, mussten geklärt und besprochen werden. Wichtig ist auch, dass der Comic trotzdem den Charme eines herkömmlichen Comics hat.

Bereits seit 2005 wird in Holland mit dem Comic „Die Entdeckung“, welches die holländische Geschichte erzählt, an den Schulen experimentiert. Das Buch erfreut sich dort großer Beliebtheit und lässt darauf hoffen, dass „Die Suche“ in Deutschland genauso erfolgreich wird.
Interessierte können das Comic im Anne Frank-Onlineshop erwerben.



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