Netz gegen Nazis


Die wirtschaftlichen Misserfolge in Deutschland, die hohe Arbeitslosigkeit, der Protest gegen Hartz IV – all das waren bzw. sind Entwicklungen, die es nationalsozialistischen Gruppierungen erleichtern Anhänger zu gewinnen. In einer demokratischen Gesellschaft fehlt es den Betroffenen oftmals an Halt und Zusammenhalt. Dies nutzen rechtsradikale Gruppierungen aus. So werden Jugendliche in Vereinen oder auf Schulhöfen mit Geschenken wie rechtsradikalen Musik-CDs bzw. mit Kameradschaften umworben.

In Brandenburg haben junge Rechtsradikale ihre eigene Designermarke gegründet. Auf den ersten Blick sieht die Kleidung von „Thor Steinar“ sehr edel aus, auch die Homepage im Internet und die etlichen Shops in Brandenburg und Berlin erwecken einen sehr positiven Eindruck. Jedoch sehen Insider auf den zweiten Blick, dass das Logo der Kleidung aus Zeichen besteht, die auch Hitler als Erkennungszeichen verwendet hatte. Auch der brandenburgische Verfassungsschutz ist bereits auf Thor Steinar aufmerksam geworden und behält das Unternehmen das 2002 in Köngis Wusterhausen gegründet worden ist, im Auge.

Dies sind zwei exemplarische Beispiele, die zeigen wie rechtsradikale Organisationen versuchen die Gesellschaft zu unterwandern. Aus diesem Grund hat „Die Zeit“ ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem DFB, der Bundesliga, dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Deutschen Feuerwehrverband, initiiert. Netz-Gegen-Nazis.de soll Auskunft über Rechtsextremismus geben. Es bietet ein Forum, in dem gezielt gefragt und mit diskutiert werden kann. In der Kategorie „WISSEN“ wird erklärt wie, und woran Nazis erkannt werden können. Wie sich Nazis organisieren, wie sie handeln und wie sie denken. Und natürlich werden auch Ratschläge zum gezielten entgegengesetzten Handeln gegeben. Als Beispiel für Organisationen von Nazis wird eine Akademie für Umwelt und Lebensschutz in NRW genannt. Dies ist ein Beispiel wie sich rechtsextreme Gruppen hinter scheinbar bürgerlichen Vereinen und Institutionen tarnen.

Jeder kann auf der Internetplattform sein persönliches Statement, in dem er begründet weshalb er gegen Nazis ist, als Video hochladen. So können hoffentlich auch Menschen, die in ihrer politischen Meinungsbildung labil und unentschlossen sind, erreicht und beeinflusst werden. Beeindruckend ist, dass auch Stars und Prominente z.B. Michael Ballack eine Videobotschaft hinterlegt haben.

Sehr informativ und nützlich sind auch die länderspezifischen Informationen bezüglich rechtsextremistischer Gruppen. Jeder User kann sich so gezielt über sein Bundesland informieren.

Insgesamt ist die Seite sehr übersichtlich aufgebaut. Das Projekt ist sehr wichtig und hilfreich. Das Diskussionsforum kann für Eltern als Austauschplattform genutzt werden. Zudem entlarvt das Projekt scheinbar harmlose und bürgerliche Vereinigungen als rechtsextrem.

  1. verarsche schrieb:

    Vielleicht sollte Vater Staat in so einer Situation mal etwas gegen diese Misserfolge in Deutschland tun. Dann vergeht vielleicht den Menschen auch der Reiz an den Rechten.

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