Beinlinge und Bruche

Seid mir gegrüßt Ihr Edlen, heute wollen wir dafür sorgen, dass es den Herren unten herum nicht zu sehr zieht.
Da ein echter Mann im Mittelalter keine Hose trug, braucht es etwas anderes um nicht zu frieren. Das sind zwei Dinge. Einmal die Bruche, die eine Art mittelalterliche Boxershorts ist, und aussieht wie eine Windel.
An der Bruche werden die Beinlinge befestigt. Diese muss man sich vorstellen, wie überlange Strümpfe.

Wir wollen mit dem einfachsten Teil beginnen, der Bruche.
Die Masse sind für einen Mann der Größe 1,60m bis 1,90m bestens geeignet. Ihr messt Euren Bauchumfang aus und nehmt Ihn mal 2,5. Dies wird dann Euer Bruchenumfang. Näht es an den aussen Kanten (rote Kanten) zusammen. Im ersten Moment scheint der Bruchenumfang sehr groß zu sein, ist aber notwendig.

Wenn Ihr das habt, dann greift zu Eurer Schere und schneidet den Schritt heraus. Auf der einen Seite schneidet Ihr das rote Viereck ganz heraus, auf der anderen schneidet es nur ein und näht es an die obere rote Kante der Seite, wo Ihr das Viereck vorher heraus geschnitten habt. Nun muss ein Steg entstanden sein, und Eure Bruche ist fast fertig.

Jetzt fehlen nur noch zwei Schnüre, die Ihr an nur einer Seite an die Bruche näht (blaue Punkte). Diese wird Eure Rückseite. Die Schnüre braucht Ihr um die Beine von hinten nach vorne zu schliessen.

Nun sollte ich Euch noch kurz erklären, wie Ihr die Bruche anziehen könnt. Dafür steigt Ihr in dieses Stoffgebilde ein und zieht es so hoch Ihr könnt. Bei einem durchschnittlichen Mann sollte man nun die Bruche mit einer Kordel um die Brust festbinden können. Wenn Ihr das geschafft habt, dann wickelt die Bruche um die Kordel zum Bauch hin auf, bis ein schöner Wulst ensteht und die Bruche von alleine bequem sitzt.
Wer diesen Wulst nicht mag, kann jetzt natürlich die Bruche von oben kürzen, so dass genügend oben absteht, um die Bruche noch an der Hüfte festzubinden. Wer das so macht, kann seine Beinteile von hinten nach vorne durch ziehen und mit den Schnüren dann an der Kordel befestigen.
Wer gerne diesen, immer wieder belegbaren, Wulst haben möchte, sollte nun unterhalb davon auf jeder Seite ein Loch in seine Bruche schneiden damit die Beinteile und später auch die Beinlinge daran dann befestigt werden können.

Kommen wir also nun zu den Beinlingen. Ich habe festgestellt, dass gute sitzende Beinlinge viel mit Ausprobieren zu tun haben, und da ich ja grundsätzlich stink faul bin, werde ich auch nur die mir am einfachsten erscheinende Methode vorstellen.
Die sieht so aus, dass wir die Fussteile weglassen.
Bei den Beinlingen ist es sinnvoll etwa im 45° Winkel die Beilinge zuzuschneiden, so wie Ihr es auf der Skizze sehen könnt. Ganz wichtig ist das bei Wolle.
Bevor Ihr die Beinlinge aufzeichnet, müsst Ihr sehr genau messen und bitte genügend Nahtzugabe lassen, damit Ihr Platz zum korrigieren habt. Die Beilinge sollten hauteng anliegen und gehen vom Knöchel bis zu oberen Drittel Eures Oberschenkels.
Wenn Ihr alles ausgemessen und aufgezeichnt habt, schneidet Eure Beinlinge aus und steckt sie so genau wie möglich zusammen und probiert sie an.

Beim nächsten Schritt braucht Ihr Hilfe. Euer Helfer soll nun Eure Beinlinge nachstecken, so dass sie perfekt anliegen und Ihr Euch in ihnen aber noch bewegen könnt. So näht Ihr sie dann zusammen und befestigt an dem vorderen Zipfel jeweils eine Kordel mit der Ihr die Beinlinge an Eurer Bruche befestigen könnt.

Nun sind auch Eure Beinlinge fertig und ich habe für Euch ein Bild, wie ich mich grade abmühe die Beinlinge an der Bruche zu befestigen und dankbarer Weise auch noch fotografiert werde. Aber so habt Ihr jetzt die Möglichkeit Bruche und Beinlinge in Aktion zu sehen.

Unser nächstes Projekt wird ein Umhang sein, damit Ihr in den kühlen Abendstunden nicht friert.

Mit ritterlichem Gruße
Euer Georg von Schilling

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